Übersicht Unfälle mit Blindgängern seit 1990

Unfälle mit Weltkriegsbomben passieren auch fast 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges noch häufig: Immer wieder richteten explodierende Blindgänger in deutschen Städten große Schäden an. Tote hatte es aber seit mehreren Jahren nicht mehr gegeben.

Zerstörte Fenster in Euskirchen: Immer wieder Unfälle mit Weltkriegsbomben
REUTERS

Zerstörte Fenster in Euskirchen: Immer wieder Unfälle mit Weltkriegsbomben


Euskirchen - Schon häufiger ist es zu Unglücken gekommen, als Bauarbeiter - wie am Freitag offenbar in Euskirchen geschehen - zufällig auf Kriegsmunition stießen oder Experten Bomben kontrolliert sprengen wollten. Eine Übersicht von Unfällen aus den letzten Jahren:

November 2013: Die kontrollierte Sprengung einer zehn Zentner schweren Bombe im brandenburgischen Oranienburg verursacht große Schäden. Ein Wohnhaus ist nicht mehr zu retten und muss abgerissen werden, weitere Gebäude sind beschädigt.

September 2012: In Viersen (Nordrhein-Westfalen) kommt es bei der kontrollierten Sprengung einer Weltkriegsbombe zu Verwüstungen. In der Fußgängerzone müssen Teile von Geschäften abgerissen werden.

August 2012: Eine US-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wird im Zentrum von München kontrolliert gesprengt. Versuche, die 250 Kilogramm schwere Bombe zu entschärfen, waren erfolglos. 2500 Anwohner müssen ihre Häuser verlassen. Die Druckwelle beschädigt Fassaden, zahlreiche Fenster gehen zu Bruch.

Juni 2010: Bei einer Routine-Entschärfung explodiert ein Blindgänger in Göttingen. Drei Sprengmeister kommen ums Leben. Zwei Menschen werden schwer verletzt, vier weitere Männer erleiden einen Schock. Die mit einem Säurezünder ausgerüstete Bombe war bei Bauarbeiten auf einem Schützenplatz in sieben Metern Tiefe entdeckt worden.

September 2009: Im Ulmer Hauptbahnhof explodiert ein Blindgänger bei Bauarbeiten. Arbeiter waren mit einem Bohrer auf die Bombe gestoßen. Zuvor hatten Fachleute das Gelände untersucht und grünes Licht für die Bauarbeiten gegeben. Zwei Arbeiter erleiden einen Schock.

Oktober 2006: Die Explosion einer fünf Zentner schweren Fliegerbombe reißt einen Bauarbeiter an einer Autobahnbaustelle in Aschaffenburg in den Tod. Trümmerteile beschädigen Häuser und Autos. Die von dem Arbeiter gesteuerte Fräsmaschine war auf den Blindgänger gestoßen.

September 1994: Drei Bauarbeiter kommen in Berlin ums Leben, als ein Blindgänger in einer Baugrube explodiert. Mehrere Gebäude und Autos werden stark beschädigt.

August 1990: Beim Entschärfen einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg sterben in Wetzlar in Hessen zwei Sprengstoffexperten, als der Sprengkörper explodiert. Drei Fachleute vom Kampfmittelräumdienst erleiden schwere Verletzungen.

ade/dpa



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