Proteste von "Extinction Rebellion" Polizei nimmt Hunderte Klimaaktivisten fest

Die Proteste von Klimaschutzaktivisten der "Extinction Rebellion" in mehreren Metropolen dauern an. In London nahmen Polizisten fast 500 Menschen fest, insgesamt verlaufen die Aktionen aber bislang friedlich.

Festnahme in London: Zehntausende Demonstranten allein hier
Kirsty Wigglesworth/AP

Festnahme in London: Zehntausende Demonstranten allein hier


Aktivisten des internationalen Protestbündnisses "Extinction Rebellion" protestieren seit Montag in mehreren Städten für eine bessere Klimaschutzpolitik - unter anderem mit Straßenblockaden. Am zweiten Aktionstag wurden in London und Amsterdam nun zahlreiche Teilnehmer festgenommen.

Allein in der britischen Hauptstadt wurden laut Scotland Yard bis zum Nachmittag 471 Demonstranten festgesetzt. Die Polizei machte keine Angaben dazu, wie viele Demonstranten sich in der britischen Hauptstadt aufhielten. Medien gingen von etwa 30.000 Teilnehmern in London aus. Sie tanzten, trommelten und machten immer wieder mit Sprechchören auf sich aufmerksam.

Premierminister Boris Johnson appellierte an die Demonstranten, mit den Blockaden aufzuhören. Sie sollten mit ihren "nach Hanf riechenden Biwaks" die Hauptstadt verlassen, sagte der Regierungschef. Sicherheitsleute hätten ihn vor "unkooperativen Krustentieren" gewarnt, die die Straßen vermüllten.

In Berlin harrten mehrere Hundert Aktivisten am Dienstagnachmittag noch rund um die Siegessäule am Großen Stern aus. In der Stadt seien rund 600 Beamte im Einsatz, davon 200 am Großen Stern, sagte ein Polizeisprecher. Die Einsatzkräfte hatten am Vormittag den seit Montag besetzten Potsdamer Platz geräumt, dabei blieb es friedlich. Auch für Mittwoch kündigte die Gruppe Aktionen in der Hauptstadt an.

Video: Protest auf dem Potsdamer Platz

"Extinction Rebellion" (auf Deutsch etwa: Rebellion gegen das Aussterben) kommt ursprünglich aus Großbritannien. Nach eigenen Angaben gibt es die Gruppe seit November vorigen Jahres auch in Deutschland. Sie fordert unter anderem, dass die nationalen Regierungen sofort den Klimanotstand ausrufen (mehr über die Bewegung erfahren Sie hier).

CSU-Chef Markus Söder äußerte die Sorge, dass es zu "radikaleren Wegen in der Klimabewegung" kommen könne. "Wenn der Protest jetzt in radikalere Formen ausufert, wird das weite Teile der Bevölkerung abschrecken", sagte er dem "Straubinger Tagblatt". FDP-Chef Christian Lindner hatte vor Beginn der Aktionen vor angeblich antidemokratischen und teils totalitären Zügen der Bewegung gewarnt: "Über die extremen Forderungen zum Klimaschutz hinaus stellen Aktivisten der Gruppierung offen die Demokratie infrage."

Anders als etwa Greta Thunbergs Bewegung "Fridays for Future" sind die Aktivisten von "Extinction Rebellion" nach eigenen Angaben bereit, Gesetze zu brechen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Roger Hallam, Mitgründer der Bewegung, hatte dem "Spiegel" im September gesagt: "Wenn eine Gesellschaft so unmoralisch handelt, wird Demokratie irrelevant. Dann kann es nur noch direkte Aktionen geben, um das zu stoppen."

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In Amsterdam war am Montag eine wichtige Durchgangsstraße stundenlang blockiert worden. Die Polizei hatte die Aktion dann abgebrochen - etwa 90 Personen waren vorläufig festgenommen worden. Am Dienstag blockierten Demonstranten den Eingang der Großbank ABN Amro.

Mehrere Hundert Aktivisten besetzten in Paris laut dem Nachrichtensender BFMTV einen zentralen Platz in der Nähe der Seine und eine Brücke. Von besonderen Vorfällen in der Nacht war keine Rede. Die Umweltschutzbewegung kündigte für die ganze Woche Aktionen in Großstädten in aller Welt an.

mxw/dpa

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