Extreme Wildschwein-Plage Bauern bitten um militärische Hilfe

Soll die Bundeswehr auf Wildschweine schießen? Der Bauernverband Rheinland-Pfalz fordert genau das - weil die Tiere Äcker und Felder verwüsten. "Mit normalen Jagdmethoden ist das Problem nicht mehr zu lösen."
Wildschweine: "Sollen vielleicht Tornado-Kampfjets zum Einsatz kommen?"

Wildschweine: "Sollen vielleicht Tornado-Kampfjets zum Einsatz kommen?"

Foto: A3913 David Ebener/ dpa

Mainz - Die Forderung klingt absurd, doch sie hat einen ernsten Hintergrund. Weil gefräßige Wildschweine Äcker und Felder verwüsten, hat der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd um militärische Hilfe gebeten. Die Bundeswehr müsse auf die Tiere schießen, verlangte Bauernpräsident Norbert Schindler am Freitag. "Mit normalen Jagdmethoden ist das Problem nicht mehr zu lösen."

Schindler, der auch CDU-Bundestagsabgeordneter ist, forderte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad (SPD) auf, umgehend die Zwangsbejagung in den besonders betroffenen Gebieten in der Nord- und Westpfalz anzuordnen. Andernfalls drohten den betroffenen Landwirten enorme Schäden.

Bundeswehrsoldaten im Kampf gegen eine Wildschweinplage? Ist das überhaupt legal?

Beim Landesjagdverband Rheinland-Pfalz zeigt man sich empört über die Forderung der Bauern. "Wir wollen keinen Krieg gegen Wildtiere", erklärte Jäger-Präsident Kurt Alexander Michael am Sonntag. "Sollen vielleicht Tornado-Kampfjets oder Leopard-Panzer zum Einsatz kommen?"

Michael beklagte, dass "buchstäblich mit Kanonen auf Spatzen beziehungsweise auf Wildschweine geschossen" werde. Die Jagd auf sämtliches Wild müsse "in den bewährten Händen der Jäger bleiben". Falls es tatsächlich zu Ernteschwierigkeiten komme, dann liege dies vermutlich am schlechten Wetter - und nicht am Schwarzwild.

Ohnehin ist ein Bundeswehreinsatz gegen Tiere äußerst fragwürdig: Laut Grundgesetz sind Angriffskriege verfassungswidrig.

wal/dpa
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