Extremwetter Schneestürme legen Slowenien lahm

Riesige Masten sind wie Strohhalme umgeknickt, 120.000 Haushalte ohne Strom. Stürmisches Winterwetter hat nun auch Slowenien fest im Griff. Der Verteidigungsminister spricht von einer "großflächigen Naturkatastrophe".

REUTERS

Ljubljana - Seit Tagen haben Schneestürme und Wolkenbrüche Teile Europas im Griff, jetzt ist auch Slowenien betroffen: Der starke Wintereinbruch habe Teile des Stromnetzes zusammenbrechen lassen, teilte die Regierung mit. Ein Viertel der Haushalte sei ohne Elektrizität, insgesamt sollen 120.000 Wohnungen in dem Land betroffen sein. Slowenien hat zwei Millionen Einwohner.

Heftiger Schneefall und starke Winde hätten Leitungen reißen lassen, hieß es von der Regierung, auch Straßen und Bahnstrecken seien blockiert. Zudem sollen mehr als 40 Prozent der Wälder in dem Land zwischen Alpen und Mittelmeer beschädigt sein. Verteidigungsminister Roman Jakis sagte, Slowenien sei von einer "großflächigen Naturkatastrophe" getroffen worden. Es könne Monate dauern, bis die entstandenen Schäden behoben seien. Laut dem österreichischen Fernsehsender ORF besteht daher unter anderem die Sorge, dass etliche Kühe in Slowenien qualvoll verenden werden - weil die Melkmaschinen ohne Strom nicht funktionieren.

Slowenischen Behörden zufolge sind mittlerweile 60 Prozent der Schulen in Slowenien wegen des Extremwetters geschlossen. Das Land hat von der EU Geld aus einem Notfallfonds erhalten, um die Lage zu bewältigen. Außerdem kommt Unterstützung aus dem Nachbarland Österreich: Dem ORF zufolge sind 150 Rettungskräfte aus Niederösterreich mit 24 Notstromaggregaten in Slowenien im Einsatz.

Extreme Unwetter sind in den vergangen Tagen bereits über große Teile Europas gezogen: In Rumänien sind seit Sonntag mindestens 13 Menschen wegen der Kälte gestorben, in Österreich begruben Lawinen zwei Männer unter sich. In Teilen Serbiens wurde am Freitag der Notstand ausgerufen, unter anderem waren in dem Balkan-Staat mehr als hundert Fahrzeuge im Schnee steckengeblieben. In Form von Wolkenbrüchen erreichten die Unwetter auch Italien: Schwere Regenfälle mit Gewittern führten im ganzen Land zu Überflutungen und Erdrutschen - unter anderem standen Teile von Rom und Pisa unter Wasser.

mxw/AP



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