Baden-Württemberg Männer sitzen in Höhle fest - Rettung vorerst unmöglich

Das Wasser hat sie überrascht: Zwei Männer sind in einem Höhlensystem in Baden-Württemberg eingeschlossen. Rettungskräfte erreichten sie bereits - doch dem Duo steht eine unruhige Nacht bevor.

Christoph Schmidt/ dpa

Ansteigende Wassermassen haben zwei Höhlengängern in Baden-Württemberg den Rückweg ins Freie blockiert und einen Großeinsatz der Rettungskräfte ausgelöst. Die beiden Männer befinden sich seit Sonntagabend in der Falkensteiner Höhle auf der Schwäbischen Alb und können erst am Montag gerettet werden.

Zwei Rettungstaucher seien am Abend zu dem Höhlen-Guide und seinem Kunden vorgedrungen, sagte Feuerwehrkommandant Harald Herrmann. Den beiden gehe es gut. Etwa 80 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Höhlenrettung waren am frühen Sonntagabend am Unglücksort.

Ausgelöst wurde die Notlage durch den heftigen Regenfall in der Region. Wegen der starken Strömung könnten die Höhlengänger erst mit Tagesanbruch am Montag gerettet werden, sagte Herrmann. Über Sprechkontakte habe man sich vergewissern können, dass die Lage im Griff sei. Die Männer seien eingeschlossen in der "Reutlinger Halle", einem der Hohlräume. Dieser liege höher als die eigentlichen Wassermassen, die weiter steigen würden. Die Männer seien aber versorgt und ein kleines Team von Rettern bleibe in der Nacht vor Ort.

Laut der "Stuttgarter Zeitung" sind beide Männer um die 30 Jahre alt. Sie seien gegen 17 Uhr in die Höhle eingestiegen. Matthias Leyk, der Zweite Vorsitzende der Höhlenrettung Baden-Württemberg, sagte der Zeitung: "Wir hoffen, dass die Sache gut ausgeht. Wir hatten auch in der Falkensteiner Höhle schon mehrere Hochwassereinschlüsse in den vergangenen Jahren. Das Besondere ist, dass es jetzt außerordentlich hohe Niederschläge in kurzer Zeit gegeben hat. Das heißt: Es kommt momentan sehr viel Wasser in die Höhle."

Die Falkensteiner Höhle liegt auf der Schwäbischen Alb zwischen Grabenstetten und Bad Urach und ist ein beliebtes Touristenziel. Auf der Tourismus-Website der Stadt Bad Urach heißt es, sie sei eine "aktive Wasserhöhle", aus der der Fluss Elsach ins Freie entspringe. Und: Touren in die Höhle seien nicht ungefährlich.

jok/dpa

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insgesamt 17 Beiträge
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bauigel 29.07.2019
1. Ich hoffe
Ich hoffe die beiden Männer müssen die Kosten der Rettung selbst tragen. Es ist jedes Jahr das gleiche Spiel dass Personen sich selbst aktiv in Gefahr bringen nur weil sie keine Vorsicht oder Grenzen kennen. Es kann nicht sein, dass die Allgemeinheit dafür aufkommt.
fatal.justice 29.07.2019
2. Gutes Beispiel.
Die sich solcherart jeden Tag ereignet. Hiermit möchte ich jedwede Unterstützung jenen zukommen lassen, die sich anstatt staatlucher Lebensrettungshilfe tagtäglich dafür einsetzen, dass die Chance zu Überleben größer ist, als zu sterben. Und zwar alle: Diejenigen, die für unangemessen geringe Entlohung tagtäglich Stautote aufsammeln, oder jene, die kraft ihres Gewissens nicht jeden in jenen Gewässern ersaufen lassen, die eigentlich "sicheres" Gebiet sind. Jeder, der sich dagegen wendet - sprachlich oder durch sein Tun - ist der Schwere seiner/ihrer Unterlassung gemäß der Allgemeinheit zu enthalten. Und wenn ich noch mehr Spaten spenden muss..
dr_jp 29.07.2019
3. Wird gut gehen
Die Reutlinger Halle ist sicher. Nur wundert es mich, dass hier ein sogenannter Guide in die Höhle geht, obwohl es draussen schüttet wir aus Eimern. Naja, dann wird es eben wieder Diskussionen geben und irgendwann wird die Falkensteiner Höhle komplett gesperrt oder ein Gitter davor gemacht. Wir leben nur noch mit Verboten und ich bin froh, dass ich mehrmals in der Höhle war; und das alles ohne Guide, aber mit gesundem Menschenverstand.
irgendwas 29.07.2019
4. Unfassbar
Hoffentlich trägt diese Berichterstattung dazu bei, dass sich künftige Höhlengänger UND VOR ALLEM ihre Tour-Guides vorher über das Wetter informieren. Bei einer Wetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes über starke Regenfälle in eine solche wasserführende Höhle zu gehen ist einfach nur leichtsinnig. Sofern der Guide gewerblich unterwegs war, sollte man ihm m.E. die Kosten des Feuerwehreinsatzes aufbrummen ...
klausleim 29.07.2019
5. Leider
wie so oft. Es wird vor dem Eintritt in eine Höhle kein Wetterbericht eingeholt. Dort hätte man erfahren, wie hoch, oder niedrig die Chance für einen Regen ist. Man bringt die Retter in vielen dieser Fällen, völlig unnötig auch in Lebensgefahr. Wer so verantwortungslos handelt, sollte in jedem Fall für alle entstandenen Kosten, haftbar gemacht werden.
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