Fall Nadya Suleman Arzt droht nach Achtlingsgeburt Berufsverbot

Fast ein Jahr, nachdem die Kalifornierin Nadya Suleman Achtlinge zur Welt brachte, muss der verantwortliche Fortpflanzungsmediziner um seine Zulassung fürchten. Der Arzt habe fahrlässig gehandelt, so der Vorwurf der Behörden.


Los Angeles - Die Chefin der für die Lizenzen zuständigen Gesundheitsbehörde im US-Bundesstaat Kalifornien, Barbara Johnston, warf dem Arzt Michael Kamrava am Montag "Fahrlässigkeit" vor. Dass der Mediziner aus Beverly Hills der heute 34-jährigen Mutter Nadya Suleman acht Embryonen eingepflanzt habe, gehe weit über die "angemessene" Behandlung hinaus, erklärte Johnston in ihrer Beschwerde.

Laut den Richtlinien der US-Gesellschaft für Reproduktionsmedizin, die Kamrava bereits im September ausgeschlossen hatte, sollten einer Frau im Alter Sulemans höchstens zwei Embryonen eingepflanzt werden. Zudem habe der Mediziner es versäumt, seine Patientin psychologisch beurteilen zu lassen.

Die durch künstliche Befruchtung gezeugten Achtlinge waren Ende Januar 2009 neuneinhalb Wochen vor dem errechneten Geburtstermin per Kaiserschnitt auf die Welt gekommen. Die Sensationsgeburt hatte in den USA zunächst Begeisterung ausgelöst. Als jedoch bekannt wurde, dass die alleinstehende und arbeitslose Mutter bereits sechs kleine Kinder aus künstlicher Befruchtung mit Spendersamen hatte, schlug der Jubel in Empörung um.

ala/AFP/AP



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