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Vereinbarkeit von Familie und Beruf Schaffen es Männer, Job und Kindern gerecht zu werden?

Kaum ein Mann geht nach der Geburt seines Kindes in Teilzeit. Warum? In der neuen Folge von "Drei Väter - ein Podcast" geht es um die Vereinbarkeit mit der Familie - und ob Kitas dafür ein Allheilmittel sind.

Starten wir mal mit Fakten. Laut Klischee finden Männer Fakten doch immer so überzeugend. Also: Väter, die in Teilzeit arbeiten und mehr Freizeit mit ihren Kindern verbringen, sind subjektiv zufriedener mit ihrem Leben. Laut OECD-Studie geht es ihnen auch physisch und psychisch besser.

Trotzdem arbeiten in Deutschland 90 Prozent aller Männer in Vollzeit. Bei Frauen ist es nur knapp die Hälfte. Seit vielen Jahren wird die Frage nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf daher vor allem aus Sicht der Mütter diskutiert. In Folge fünf von "Drei Väter - ein Podcast" drehen wir es mal um: Schaffen es Männer, Job und Kindern gleichermaßen gerecht zu werden? Wollen sie das überhaupt?

Dafür haben wir Tom getroffen, der regelmäßig Hunderte Kilometer entfernt auf Dienstreise ist und seinem Sohn nur per Videochat "Gute Nacht" sagen kann. Im Gegensatz zu Rüdiger, der sich dafür entschieden hat, weniger zu Arbeiten und mehr für seine Kinder da zu sein. "Wenn ich im Job jemanden neu kennenlerne, dann sage ich sofort, dass ich nur bis 13 Uhr kann, weil ich in Teilzeit arbeite", sagt er.

Bisher haben wir - Jonas Leppin, Axel Rahmlow und Markus Dichmann - im Podcast von SPIEGEL ONLINE über das Rollenbild des Vaters, die Geburt, die ersten Wochen und die Elternzeit gesprochen (hier eine Übersicht aller Folgen). In dieser Ausgabe "Die Vereinbarkeit: Zwischen Familie und Beruf" geht es um die praktischen Auswirkungen auf ein Leben mit Kind.

Wie stellen wir uns selbst ein besseres Leben zwischen Arbeit und Erziehung vor? "Ich könnte mehr Arbeiten, aber ich will das gar nicht", sagt etwa Axel. Er kann sich fast den halben Monat um seine Tochter kümmern. "Ich halte das Konzept: Eltern arbeiten, das Kind ist in der Kita, für ein Paar in einer Großstadt durchaus für zeitgemäß", sagt hingegen Jonas.

Sind Kitas das Allheilmittel?

Oliver Schmitz ist Geschäftsführer eines Thinktanks zu Beruf und Familie, er sagt: Insgesamt sei es durch neue Rollenbilder schwieriger für Männer, beides unter einen Hut zu bekommen. Teilzeit oder Homeoffice wären eine mögliche Lösung für das Problem.

"Aber dafür braucht es Akzeptanz, etwas Mut oder generell ein anderes Bild von Teilzeit", so Schmitz. "Ein traditioneller Mann identifiziert sich stärker mit seiner Arbeit und seiner Karriere als eine traditionell eingestellte Frau es macht." Bei jüngeren Generationen würde sich dies aber langsam verändern. Viele Familien können sich Teilzeit aber auch nicht leisten. Gleichwohl bleiben Ungerechtigkeiten wie der Gender-Pay-Gap.

Eine Möglichkeit zur Unterstützung sind für viele Eltern die Kindertagesstätten. Sie sollen helfen, den Spagat zwischen Familie und Beruf leichter zu bewältigen. Aber sind sie das Allheilmittel? "Man bringt sich auch um etwas. Vielleicht die ersten Schritte, plötzlich sagt dein Kind neue Wörter. Es ist jeden Tag in einer komplett anderen Welt", sagt Jonas. Wir sprechen darüber, weshalb wir uns manchmal auch unwohl fühlen, unsere Kinder in einer Kita abzugeben.

Beste Vaterfreuden: Jonas Leppin, Axel Rahmlow und Markus Dichmann (v.l.)

Beste Vaterfreuden: Jonas Leppin, Axel Rahmlow und Markus Dichmann (v.l.)

Foto: Lina Moreno / Foto: Sebastian Schneider

Was ist im Jahr 2019 ein guter Vater? Jede Woche will sich SPIEGEL ONLINE mit "Drei Väter - ein Podcast" dieser Frage nähern. Wir sprechen über Erwartungen an uns selbst, über Ansprüche von Müttern und der Gesellschaft. Dafür gehen wir raus, beobachten in Reportagen Väter, Mütter, Kinder oder sprechen mit Psychologen und Hebammen.

Dieser Podcast entsteht mit Unterstützung des Podcastlabels Viertausendhertz. Viertausendhertz produziert selbst Podcasts - zum Beispiel das Interviewformat "Elementarfragen". Hören Sie hier ein Gespräch mit dem Psychiater und Kabarettisten Manfred Lütz ("Irre - Wir behandeln die Falschen")  über psychische Krankheiten, wo sie beginnen und weshalb sie noch immer stigmatisiert sind.

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