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Drei Väter - ein Podcast Wenn Väter diskriminiert werden

Ob beim Arztbesuch mit dem Kind oder in Erziehungsfragen: Wenn es wichtig wird, übernehmen gern die Mütter. In der neuen Folge von "Drei Väter - ein Podcast" geht es um die Diskriminierung von Vätern - und die Folgen.

Väter wollen ja gern, aber wenn es wichtig wird, dann gibt es Zweifel an ihren Kompetenzen. Dann sollen lieber die Mütter ran. Viele Väter, die sich im Alltag um ihre Kinder kümmern, sind damit konfrontiert. Beim Kinderarzt, in der Kita oder in der Partnerschaft.

Dabei sind solche Situationen nicht sofort eindeutig einzuordnen: "Jeden Tag erlebe ich 10- bis 20-mal Diskriminierung. Viel positive Diskriminierung. Ich werde gelobt, was für ein toller Vater ich bin", sagt Björn Süfke, Männertherapeut und Autor. "Dahinter steckt das Vorurteil: Wenn ein Vater sein Kind mal richtig herum im Kinderwagen schieben kann, dann muss er gelobt werden."

Süfke erlebt auch negative Diskriminierung: "In der Kita werde ich gar nicht gefragt, ob ich neue Windeln mitbringen kann. Beim Elternabend in der Schule sagt die Lehrerin: 'Wir schreiben ins Protokoll, dass die Turnwäsche gewechselt werden muss, es sind ja viele Väter heute hier.'" Dies sei alles nicht böse gemeint. Aber in der Vaterschaft erleben es eben auch die Männer: Diskriminierung.

Bisher haben wir - Jonas Leppin, Axel Rahmlow und Markus Dichmann - im Podcast von SPIEGEL ONLINE über das Rollenbild des Vaters, die Geburt, die ersten Wochen, die Elternzeit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gesprochen (hier eine Übersicht aller Folgen). In dieser Ausgabe "Die Vorurteile: Wie Väter im Alltag diskriminiert werden" schauen wir uns die Klischeevorstellungen gegenüber Männern an - und die Auswirkungen.

Ist es nur ein nettes Kompliment, wenn Väter gelobt werden, dass sie mit ihren Kindern allein Zug fahren? Ist es übergriffig, wenn eine fremde Frau anbietet, "das Kind mal zu übernehmen", weil es schreit?

"Väter machen sich oft einen schlanken Fuß"

In Folge sechs von "Drei Väter - ein Podcast" treffen wir außerdem den Journalisten Martin Benninghoff, der über seine "Vize-Rolle" in Erziehungsfragen geschrieben hat. Er stellt fest: "Ich als Nicht-Hauptverantwortlicher muss mir meinen Platz bei der Erziehung erkämpfen."

Doch Benninghoff sagt auch: "Väter machen sich oft einen schlanken Fuß. Sie springen etwa bei Partys sofort mit einem Bier auf die Terrasse, und drinnen kümmern sich die Mütter um die Kinder. Die Erziehungsrolle wird abgegeben."

Auch die Mütter haben daran für ihn einen Anteil. Für Benninghoff tragen sie ebenfalls ein Stück weit Verantwortung: "Auch Frauen haben klassischere Einstellungen, als man denkt", sagt er. "Viele von denen, die ich kenne, ziehen die Mutterrolle sehr stark an sich, das ist manchmal zu eng, und sie lassen keinen Platz für den Vater."

"Viele Frauen wollen die Richtlinienkompetenz", sagt auch Männertherapeut Süfke. "Und das ist den Frauen auch nicht vorzuwerfen. Das ist ihnen über Jahrhunderte aufoktroyiert worden."

Für dieses Gefühl gibt es Belege: Laut einer belastbaren Umfrage sagen 45 Prozent der Mütter, dass der Vater etwa nicht so gut mit dem Kind zum Arzt gehen kann wie sie. Ebenfalls 45 Prozent aller Väter sehen dies übrigens genauso. Offenbar trauen sich Männer bei diesem Thema selbst wenig zu.

Wie aber kommt man da wieder heraus? Laut Süfke braucht es vor allem mehr Bildung: "Wir müssen uns viel mehr damit auseinandersetzen." Genderforschung könnte da weiterhelfen. Genauso wie das intensive Hinterfragen von Paarbeziehungen. Die neue Rolle der Väter? "Wir fangen damit ja gerade erst an", so Süfke.

Beste Vaterfreuden: Jonas Leppin, Axel Rahmlow und Markus Dichmann

Beste Vaterfreuden: Jonas Leppin, Axel Rahmlow und Markus Dichmann

Foto: Lina Moreno / Foto: Sebastian Schneider

Was ist im Jahr 2019 ein guter Vater? Jede Woche will sich SPIEGEL ONLINE mit "Drei Väter - ein Podcast" dieser Frage nähern. Wir sprechen über Erwartungen an uns selbst, über Ansprüche von Müttern und der Gesellschaft. Dafür gehen wir raus, beobachten in Reportagen Väter, Mütter, Kinder oder sprechen mit Psychologen und Hebammen.

Dieser Podcast entsteht mit Unterstützung des Podcastlabels Viertausendhertz. Viertausendhertz produziert selbst Podcasts - zum Beispiel "Weißt du's schon?", ein kindgerechtes Podcast-Quiz (Hören Sie hier die erste Staffel  über Vielaugenflieger, Scharfzahnheuler oder Schlauchnasentrampler und finden Sie die versteckten Hinweise).

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