Familien Zahl der Adoptionen sinkt auf Tiefstand

Die Zahl der Adoptionen in Deutschland nimmt immer weiter ab. Sie ist auf den tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung gefallen, die Zahl der Bewerber war seit 1991 nicht so niedrig. Mehr als die Hälfte der Kinder wird von ihren Stiefeltern angenommen.


Wiesbaden - Die Zahl der Adoptionen ist in Deutschland auf einen neuen Tiefststand gefallen. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 3888 Kinder adoptiert, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Das sind 7,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Seit 2004 ging die Zahl der Adoptionen damit um knapp ein Viertel (23 Prozent) zurück, im Vergleich zum Jahr 1994 sogar um mehr als die Hälfte (54 Prozent). Die Zahl der Bewerber um ein Adoptivkind sank binnen Jahresfrist um 9 Prozent auf 7139.

In mehr als der Hälfte aller Fälle - 2011 Adoptionen beziehungsweise 52 Prozent - wurden die Kinder in einer sogenannten Stiefelternadoption durch einen neuen Partner des leiblichen Elternteils adoptiert. 185 Kinder wurden durch Verwandte adoptiert, 1692 durch nicht verwandte Personen.

Von den im Jahr 2009 adoptierten Kindern waren 30 Prozent jünger als drei Jahre. Jeweils rund 15 Prozent der Adoptierten waren drei bis fünf Jahre, sechs bis acht Jahre oder neun bis elf Jahre alt. Ein Viertel der adoptierten Kinder waren Zwölf- bis 17-Jährige. Damit stieg der Anteil der unter Dreijährigen an allen Adoptierten im Vergleich zum Jahr 2004 um sieben Prozentpunkte, während der Anteil der Zwölf- bis 17-Jährigen um sechs Prozentpunkte sank. In den anderen Altersklassen gab es nur geringfügige Veränderungen.

han/dpa/AFP



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