Beziehung mit Minderjähriger Lesbischer Schülerin aus Florida droht Prozess

Kaitlyn Hunt war im Team der Cheerleader und der Basketballer - und eines der beliebtesten Mädchen der Sebastian River High School in Florida. Inzwischen wurde die 18-Jährige der Schule verwiesen, ihr droht ein Prozess. Denn sie hatte eine Beziehung mit einer drei Jahre jüngeren Mitschülerin.

Hamburg - Die erste Hälfte ihres Schuljahres an der Sebastian River High School in Florida lief ziemlich gut: Kaitlyn Hunt war bei den Cheerleadern, im Basketball-Team, im Chor, sie bekam gute Noten, wurde zur Person mit dem größten school-spirit gewählt. Und Kaitlyn hatte eine Freundin. Und hier liegt das Problem.

Die beiden Mädchen spielten zusammen im Basketball-Team, Kaitlyn Hunt war 17, ihre Freundin drei Jahre jünger. Als die Trainerin herausfand, dass zwei ihrer Spielerinnen ein Paar waren, schmiss sie Hunt aus der Mannschaft, wie der "Examiner" berichtet . Sie habe damit "unnötiges Drama" vermeiden wollen, zitiert das Magazin Kaitlyn Hunts Vater. Die Trainerin sprach außerdem mit den Eltern der 15-Jährigen - und die erstatteten Anzeige.

Kurze Zeit später kamen Polizisten zu Kaitlyn Hunts Elternhaus und führten die junge Frau in Handschellen ab. "Sie wurde aus unseren Armen gerissen, in Panik, hysterisch weinend", heißt es in einem langen Facebook-Post ihrer Mutter . Der Vorwurf: "lewd and lascivious battery on a child 12 to 16". Übersetzt in etwa: Unzucht und sexueller Übergriff auf ein Kind zwischen 12 und 16 Jahren.

"Diese Leute sind nie zu uns als Eltern gekommen", schrieb Kelley Hunt-Smith am vergangenen Samstag über die Eltern der 15-Jährigen. "Sie haben nie versucht, mit uns zu reden - und uns nie gesagt, dass sie ein Problem mit der Beziehung der Mädchen hatten." Ihnen gehe es nur darum, Kaitlyn zu vernichten. "Sie haben das Gefühl, meine Tochter habe ihre Tochter lesbisch gemacht."

"Ihr Abschlussjahr ist ruiniert"

Ein Richter hatte Kaitlyn Hunt zwar erlaubt, auf ihrer Schule zu bleiben, so lange sie keinen Kontakt mehr zu ihrer Freundin habe. Doch die Eltern der 15-Jährigen wollten das offenbar nicht akzeptieren. Sie setzten an der Schule Kaitlyn Hunts Verweis durch. Wenige Wochen vor ihrem Abschluss.

Sie habe auf eine andere Schule wechseln müssen, schrieb ihre Mutter. Ihre dürfe zwar an den Feierlichkeiten ihrer alten Schule teilnehmen, "aber ihr Abschlussjahr ist ruiniert". Schuld seien die Eltern der 15-Jährigen. Sie hätten die Staatsanwaltschaft dazu gebracht, die Vorwürfe weiter zu verfolgen. "Dabei sollte das nie ein Fall für die Justiz werden, es ist eine Familienangelegenheit." Ein junges, unschuldiges Mädchen solle wegen des Hasses und der Borniertheit anderer Menschen ins Gefängnis wandern. Selbst die 15-Jährige habe immer gesagt, dass alles freiwillig geschehen sei.

Bis kommenden Freitag hat die Familie laut dem Facebook-Eintrag nun Zeit, über den angebotenen Deal nachzudenken. Zwei Jahre Hausarrest und ein Jahr auf Bewährung. Oder Prozessbeginn.

aar
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