Mittelmeer Marine stoppt Tausende Flüchtlinge vor italienischer Küste

Binnen 48 Stunden sind vor der italienischen Küste rund 3500 Bootsflüchtlinge aufgegriffen worden. Ein Schiff aus Libyen ist vermutlich gekentert, Augenzeugen sprechen von Dutzenden Toten.


Rom - Vor der Küste Italiens sind am Freitag erneut Hunderte afrikanische Flüchtlinge abgefangen worden. Zwei Boote mit 825 Menschen an Bord wurden von der Marine und dem Grenzschutz gestoppt, wie Sicherheitskräfte mitteilten. Zwei weitere Schiffe mit insgesamt 446 Flüchtlingen aus Ländern wie Eritrea, Somalia und Syrien erreichten die Insel Lampedusa. Binnen zwei Tagen wurden somit nach offiziellen Angaben 3500 Bootsflüchtlinge abgefangen, unter ihnen 1400 Menschen, die von Libyen aus das Mittelmeer überquerten.

Flüchtlinge, die sich am Donnerstag auf ein Handelsschiff retten konnten, sagten der Marine, ein weiteres Boot aus Libyen sei auf hoher See gekentert. Etwa 60 Menschen seien ertrunken, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf Augenzeugen.

Die Marine hatte im Oktober den Einsatz "Mare Nostrum" gestartet, nachdem im Jahr 2013 bei verschiedenen Flüchtlingsdramen mehr als 400 Menschen ertrunken waren. Ziel ist es, ein rechtzeitiges Auffinden Schiffbrüchiger zu gewährleisten. Italien rechnet bis Jahresende mit insgesamt 100.000 Flüchtlingen, weil das Mittelmeer während des Sommers besonders ruhig ist. Die meisten Menschen kommen aus Afrika und der Nahost-Region und fliehen vor Armut und Kriegen Richtung Europa.

jbe/AFP



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