Schiffbruch Dutzende Flüchtlinge sterben vor Libyens Küste

Schon wieder sind im Mittelmeer etliche Flüchtlinge ums Leben gekommen. Ein Boot mit rund 200 Menschen an Bord kenterte vor der Küste Libyens. Nur wenige wurden bislang lebend aus dem Wasser gerettet.

Flüchtlinge im Mittelmeer (Archivbild): Vor der libyschen Küste starben mehr als 150 Menschen
DPA

Flüchtlinge im Mittelmeer (Archivbild): Vor der libyschen Küste starben mehr als 150 Menschen


Tripolis - Vor der libyschen Küste ist ein Flüchtlingsboot mit mehr als 200 Menschen an Bord gekentert. Ersten Berichten zufolge sollen dabei mehr als 160 Flüchtlinge ums Leben gekommen sein. Nur 36 Schiffbrüchige konnten bislang lebend gerettet werden, wie die libysche Marine mitteilte. "Eine große Zahl von Leichen trieb im Wasser", sagte ein Sprecher. Es hätten die Mittel gefehlt, die leblosen Körper zu bergen.

Das Unglück ereignete sich unweit der Hafenstadt Tadschura rund 20 Kilometer östlich der libyschen Hauptstadt Tripolis. Die Flüchtlinge aus verschiedenen afrikanischen Ländern sollen versucht haben, mit dem Boot illegal nach Europa zu gelangen.

Erst Ende August war es vor der libyschen Küste zu einem ähnlich schweren Unglück mit rund 170 Toten gekommen. Menschenschmuggler nutzen die Wirren der Milizenkämpfe in Libyen, um Migranten zur italienischen Insel Lampedusa knapp 300 Kilometer nördlich der libyschen Küste zu bringen. Das nordafrikanische Land befindet sich seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 im politischen Chaos. Die Küstenwache ist nach eigenen Angaben mit der Sicherung der Küsten überfordert.

jbe/dpa/AFP



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