Flughafen in Addis Abeba verpasst Piloten sollen vor Landung im Cockpit eingeschlafen sein

Zwei Piloten von Ethiopian Airlines sollen während eines Flugs eingenickt sein. Als sie ihren Zielflughafen von Addis Abeba erreichten, flog die Maschine immer noch in einer Höhe von rund 12.000 Metern.
Boeing 737 von Ethiopian Airlines: »Die Flugsicherung versuchte mehrmals erfolglos, die Besatzung zu kontaktieren«

Boeing 737 von Ethiopian Airlines: »Die Flugsicherung versuchte mehrmals erfolglos, die Besatzung zu kontaktieren«

Foto: Markus Mainka / Aviation-Stock / IMAGO

Ethiopian Airlines ist die größte Fluggesellschaft Afrikas und genoss jahrelang auch weltweit keinen schlechten Ruf. Für den Absturz von Flug 302 im Jahr 2019 sollen vor allem technische Gründe eine Rolle gespielt haben.

Was sich diese Woche an Bord einer Maschine der Airline ereignet haben soll, wäre dagegen ein durch und durch menschliches Versagen. Auf Flug ET 343 von Khartum im Sudan nach Addis Abeba in Äthiopien sind Medienberichten zufolge beide Piloten während des Flugs im Cockpit eingeschlafen – und haben den Flughafen verpasst.

Die Richtung der Maschine habe – obwohl die beiden Piloten eingenickt seien – gestimmt, schreibt das Fachmedium »Aviation Herald« . Allerdings habe das Flugzeug bei dem Vorfall am 15. August keinen Sinkflug eingeleitet, sondern den Zielflughafen ungeplant in einer Höhe von rund 12.000 Metern passiert.

Piloten offenbar erst durch Alarmsignal geweckt

Die Mitarbeiter der Flugverkehrskontrolle wunderten sich offenbar sehr. »Die Flugsicherung versuchte mehrmals erfolglos, die Besatzung zu kontaktieren«, schreibt »Aviation Herald«. Und: Nach dem Überfliegen der Piste habe sich dann der Autopilot abgeschaltet. Ein Alarmsignal sei deshalb losgegangen und habe die Piloten geweckt.

Der Luftfahrtexperte Alex Macheras sprach von einem »sehr beunruhigenden« Vorfall und nutzte diesen, um auf die Belastung und die Ermüdung unter Piloten aufmerksam zu machen. Letztere stelle »nach wie vor eine der größten Bedrohungen für die Flugsicherheit dar – international.«

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Erst im Frühjahr soll auf einem Flug von New York nach Rom einem Piloten Ähnliches passiert sein. Dem Kapitän wurde vorgeworfen, beim Überflug über Frankreich am Morgen des 1. Mai eingeschlafen und nicht erreichbar gewesen zu sein – er bestritt dies allerdings. Der Mann wurde dennoch entlassen.

Sowohl der Flug nach Rom als auch der des verpassten Flughafens in Äthiopien gingen für die Passagiere glimpflich aus. Laut »Aviation Herald« konnten die Piloten Flug ET 343 ihre Maschine 25 Minuten nach dem Überflug der Runway schließlich sicher landen.

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