Flugstopps und Atemnot Alarmstufe Orange durch schwere Sandstürme im Irak

Dicke orangefarbene Wolken mit Wüstenstaub hüllen derzeit den Irak ein. Die Sicht betrug mitunter weniger als 500 Meter, zahlreiche Flüge fielen aus – und Dutzende Menschen mussten ins Krankenhaus.
Straßenszene in Bagdad

Straßenszene in Bagdad

Foto: Ahmad Al-Rubaye / AFP

Der Irak leidet unter schweren Sandstürmen. Eine dicke Schicht des Wüstenstaubs legte sich auf Autos, Straßen und Häuser – und tauchte den Himmel in leuchtendes Orange. Doch beim Blickfang bleibt es nicht: Der Staub beeinträchtigte den Flugverkehr und führte bei Dutzenden Menschen zu Atembeschwerden.

Sowohl am Flughafen der Hauptstadt Bagdad als auch in Nadschaf im Süden wurden Flüge wegen der schlechten Sicht ausgesetzt, wie die staatliche Nachrichtenagentur INA am Sonntag berichtete . »Die Flüge sind ausgesetzt, bis die Sichtverhältnisse sich verbessern«, zitierte INA aus Flughafenkreisen in Nadschaf. Die Sichtweite wurde mit weniger als 500 Metern angegeben, wie etwa der britische »Guardian « berichtete.

Gefahr für staubige Tage steigt

Im Internet machten Fotos und Videos die Runde, die eine große Sandwolke westlich von Bagdad zeigen sollen. Laut der Agentur INA, die Bilder einer in dicken, orangeroten Dunst gehüllten Hauptstadt veröffentlichte, waren fünf Provinzen des Landes von dem Sturm betroffen.

In Karbala im Süden wurden in Krankenhäusern mindestens 50 Patienten mit Atembeschwerden und Erstickungsgefahr gemeldet, wie die Nachrichtenseite »Alsumaria News« meldete.

Foto: Ahmad Al-Rubaye / AFP

Sandstürme sind im Irak keine Seltenheit. Vor allem im Sommer kommt es im Wüstengebiet zu starken Nordwestwinden, die über die Auen der Flüsse Tigris und Euphrat wehen. Die Staubpartikel verschlechtern die Luftqualität deutlich.

Aufgrund von Dürre, Wüstenbildung und abnehmenden Niederschlägen könnten solche Phänomene immer häufiger auftreten, erklärte laut »Guardian« Amer al-Jabri vom irakischen Wetteramt. Im November hatte die Weltbank gewarnt, dass die Wasserressourcen im Irak aufgrund des Klimawandels bis 2050 um 20 Prozent zurückgehen könnten.

Sand und Staub aus der Wüste erreichen mitunter auch Europa. Erst im März hatte Saharastaub Teile Deutschlands in ein leuchtendes Gelb getaucht.

apr/dpa
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