Fotovoltaik-Urteil Solaranlage auf dem Dach darf Nachbarn nicht blenden

Die Spiegelung war annähernd so hell wie der Blick in die Sonne selbst: Ein Ehepaar sah sich von der Solaranlage der Nachbarn geblendet – und klagte. Mit Erfolg.
Solaranlage auf einem Haus (Symbolbild)

Solaranlage auf einem Haus (Symbolbild)

Foto: Fotomaschinist / Getty Images/Westend61

Eine Solaranlage auf dem Dach muss so ausgerichtet sein, dass Nachbarn nicht unzumutbar geblendet werden. Das hat das Landgericht Frankenthal in einem Zivilverfahren  entscheiden.

Demnach geht es um einen Streit unter Nachbarn in Neustadt an der Weinstraße. Die Kläger berichteten, durch die Anlage seien sie im Garten und auf der Terrasse geblendet. Die Spiegelung betreffe zudem Wohnzimmer, Essbereich und Flur ihres Hauses.

Eine vom Gericht beauftragte Sachverständige analysierte die Lage. Ihr Fazit: In den Sommermonaten entstehe zwischen 17 und 18 Uhr eine direkte Sonnenlichtreflexion zum Haus der Kläger. Die Spiegelung sei fast so hell wie der Blick in die Sonne selbst. Eine Blendung führe zu zeitweisen Einschränkungen der Sehfähigkeit.

Den Nachbarn ist es laut Gericht nicht zuzumuten, die Terrasse in diesem Zeitraum nicht nutzen zu können und die Innenräume durch Rollläden verdunkeln zu müssen. Die Richter erklärten, es gebe für Solaranlagen im Übrigen Spezialmodule, deren Oberflächen das Licht weniger stark reflektierten.

Das Urteil ist rechtskräftig.

jpz/AFP
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