Wegen drohender Klassenschließung 15 Schafe an französischer Grundschule eingeschrieben

Wegen einer drohenden Klassenschließung haben Eltern in Frankreich zu einer drastischen Methode gegriffen: Sie schrieben 15 Schafe in der Schule ihrer Kinder ein.

Neugieriges Schaf
DPA

Neugieriges Schaf


In der 3300-Einwohner-Gemeinde Crêts en Belledonne im Département Isère haben Eltern einen ungewöhnlichen Weg gewählt, um auf den örtlichen Bildungsnotstand hinzuweisen: Weil einer Klasse wegen Schülermangels die Schließung drohte, trugen sie kurzerhand 15 Schafe als neue Schüler der Grundschule in dem Ort im Osten Frankreichs ein.

Im März hatte die Schule erfahren, dass eine der elf Klassen im nächsten Schuljahr voraussichtlich gestrichen wird, da die Schülerzahl von 266 auf 261 leicht gesunken war. Ein Züchter aus der Gegend brachte etwa 50 Schafe, deren Geburtsurkunden sowie einen Hund in die Schule. 15 Tiere wurden dann im Beisein von Schülern, Eltern und Lehrern symbolisch eingeschrieben.

Man wolle mit der Aktion auf humorvolle Weise Menschen mobilisieren, sagte Gaëlle Laval vom Verband der Elternräte FCPE, die maßgeblich an der Organisation der "Schafseinschreibung" vom Dienstag beteiligt war. "Wir haben hier Schüler mit Problemen, aber die nationalen Bildungsbeauftragten kümmern sich nicht um örtliche Gegebenheiten, ihnen geht es nur um Zahlen." Die Gemeinde habe in den vergangenen Jahren in die Schule investiert, jetzt sei das Erreichte bedroht.

Der Bürgermeister von Crêts en Belledonne, Jean-Louis Maret, befürwortete die Aktion der Eltern, die "spielerisch, aber nicht aggressiv" gewesen sei.

ala/dpa



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