Irrtümlich als tot geführt Französin zieht vor Gericht, um sich für lebend erklären zu lassen

Die Behauptung hat offenbar niemand überprüft: Jeanne Pouchain wurde in einem Urteil als tot geführt – mit Folgen bei Bank und Versicherung. Nun kämpft sie darum, als lebend anerkannt zu werden.
Jeanne Pouchain: »Es ist eine verrückte Geschichte«

Jeanne Pouchain: »Es ist eine verrückte Geschichte«

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JEAN-PHILIPPE KSIAZEK / AFP

Der vermeintliche Tod der Französin Jeanne Pouchain hat für die 58-Jährige selbst sehr unangenehme Folgen. Sie verlor Ausweise, ihr Bankkonto und ihre Krankenversicherung. Daraufhin zog die Frau vor ein Gericht in Lyon, um sich für lebend erklären zu lassen.

»Es ist eine verrückte Geschichte«, sagte ihr Anwalt Sylvain Cormier der Nachrichtenagentur AFP. Eine frühere Mitarbeiterin von Pouchains Reinigungsfirma habe einfach behauptet, ihre Chefin sei tot – »ohne jeden Beweis vorzulegen, und jeder hat es geglaubt«, sagte er. »Niemand hat es überprüft.«

Selbst tot gestellt?

Hintergrund ist ein Rechtsstreit: Die ehemalige Mitarbeiterin musste nach Angaben des Anwalts im Jahr 2000 die Firma verlassen, nachdem Pouchain einen größeren Auftrag verloren hatte. Vier Jahre später sprach ein Arbeitsgericht der gefeuerten Reinigungskraft mehr als 14.000 Euro Entschädigung zu.

Das Urteil wurde nie vollstreckt, da sie gegen Pouchains Firma geklagt hatte und nicht gegen sie selbst. Ein Berufungsgericht verurteilte irgendwann jedoch Pouchains Mann und Sohn zur Zahlung der Entschädigung, denn das Gericht ging davon aus, dass die frühere Arbeitgeberin tot sei.

Der Anwalt der ehemaligen Mitarbeiterin stellt die Dinge jedoch ganz anders dar: Pouchain sei selbst an der Misere schuld, da sie sich tot gestellt habe, um der Justiz zu entgehen und keine Briefe mehr beantwortet habe.

Pouchain sagt, sie hoffe auf eine gerichtliche Bestätigung, dass sie lebe. »Die Behörden haben mir mitgeteilt, ich gelte inzwischen nicht mehr als tot, aber auch noch nicht als lebendig.«

apr/AFP
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