Frankreich Bildungsminister erklärt versehentlich Schüler für tot

Blamage für die französische Regierung: Premierminister Jean-Marc Ayrault musste sich für seinen Bildungsminister entschuldigen. Dieser hatte öffentlich sein Beileid zum Tode eines Schulkindes ausgesprochen - der 13-jährige Junge war zu diesem Zeitpunkt allerdings noch am Leben.

Vincent Peillon: Der französische Bildungsminister sorgte für eine Blamage
DPA

Vincent Peillon: Der französische Bildungsminister sorgte für eine Blamage


Paris - Nach einer brutalen Prügelei an einer Schule in Frankreich hat die französische Regierung versehentlich einen der Beteiligten vorzeitig für tot erklärt. Premierminister Jean-Marc Ayrault entschuldigte sich dafür am Freitagabend auch im Namen seines Bildungsministers Vincent Peillon bei den Eltern eines 13-jährigen Jungen, der bei der Prügelei in einer Schule in Rennes sehr schwer verletzt wurde.

Peillon hatte zuvor erklärt, "alle Eltern des Landes" seien "heute Abend in Trauer" und das der Tod des Schulkindes eine wahre Tragödie sei. Krankenhausmitarbeiter widersprachen der Darstellung des Ministers. Der Jugendliche schwebte zum Zeitpunkt von Peillons Ansprache noch in Lebensgefahr und erlag seinen schweren Verletzungen erst am Samstagmorgen.

Der Junge hatte sich am Freitagmorgen auf dem Schulhof in der nordwestfranzösischen Stadt mit einem 16-jährigen Mitschüler geprügelt. Der Anlass für den Streit war zunächst unklar. Zwei Lehrer schritten ein und konnten den 13-Jährigen durch eine Herzdruckmassage wiederbeleben. Der 16-Jährige wurde von der Polizei festgenommen. Bildungsminister Peillon kündigte für Samstag einen Besuch an der Schule des Jungen an.

dkr/AFP



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