Frankreich Regierung will Jungfräulichkeits-Atteste verbieten

Ein Jahr Haft und 15.000 Euro Strafe drohen Ärzten in Frankreich, die Frauen sogenannte Jungfräulichkeits-Atteste ausstellen. Die Regierung will mit diesen Maßnahmen gegen den Islamismus vorgehen.
Arztbesuch (Symbolbild)

Arztbesuch (Symbolbild)

Foto: Nattakorn Maneerat / EyeEm / Getty Images

In Frankreich gab es Fälle, in denen muslimische Männer versuchten, ihre Ehe wegen angeblich fehlender Jungfräulichkeit der Gattin annullieren zu lassen. Nun will die Regierung sogenannte Jungfräulichkeits-Atteste unter Strafe stellen.

Ärzten, die solche Bescheinigungen ausstellen, drohen künftig ein Jahr Haft und eine Geldbuße von 15.000 Euro. Das geht aus einem Gesetzentwurf hervor, mit dem die Regierung den Islamismus bekämpfen will.

Verboten werden soll nach Angaben des französischen Innenministeriums "jede Praxis, die darauf abzielt, die Jungfräulichkeit einer Frau zu bescheinigen". Das Ministerium übergab die Leitlinien für das Gesetz am Dienstagabend dem Parlament, der Text liegt der Nachrichtenagentur AFP vor. Über den Gesetzentwurf berichten zudem verschiedene französische Medien wie "Midi Libre"  oder "France Info". 

Die Regierung will darüber hinaus gegen Vereine vorgehen, die "psychischen oder physischen Druck auf Menschen und vor allem auf Kinder ausüben". Diese Vereine sollen leichter verboten werden können. Zudem soll die gesetzliche Schulpflicht für Kinder ab drei Jahren gelten. Präsident Emmanuel Macron hatte vergangene Woche kritisiert, gerade Mädchen würden gezielt von Schulen ferngehalten, dürften keinen Sport machen und müssten Kopftuch tragen.

Innenminister Gérald Darmanin will das Gesetz am 9. Dezember im Kabinett vorstellen. Dem rechten politischen Lager gehen die Pläne nicht weit genug. Die Rechtspopulistin Marine Le Pen forderte unter anderem ein Verbot der "Masseneinwanderung", die "Nährboden des islamistischen Fundamentalismus" sei.

kha/AFP

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