Insel in Australien Vater befreit Baby aus Maul eines Dingos

Eine Familie hatte ihren Campingwagen auf der australischen Insel Fraser Island geparkt. In der Nacht wurden die Eltern von den Schreien ihres Babys geweckt - ein Wildhund hatte das Kind angegriffen.
Ein Dingo im australischen Queensland (Archivbild 2010)

Ein Dingo im australischen Queensland (Archivbild 2010)

Foto: Fraser Island Dingo Preservation/ dpa

Ein 14 Monate alter Junge ist im australischen Bundesstaat Queensland bei einer Dingo-Attacke schwer verletzt worden. Der Wildhund war in der Nacht zu Freitag in den Campingwagen einer Familie eingedrungen, wie australische Medien berichteten. Die Eltern wurden demnach durch die Schreie ihres Sohnes geweckt.

Der Vater sei nach draußen gerannt und habe seinen Sohn aus dem Maul des Dingos befreit, sagte Rettungssanitäter Ben du Toit. Der Junge erlitt demnach Bissverletzungen an Kopf und Nacken sowie einen Schädelbruch. Er wurde zunächst in einem lokalen Krankenhaus behandelt und am Freitagmorgen in ein Kinderkrankenhaus nach Brisbane geflogen.

Fraser Island ist ein beliebtes Touristenziel in Australien. Du Toit appellierte an Besucher, Lebensmittel sicher aufzubewahren, sich von Dingos fernzuhalten und niemals alleine umherzulaufen.

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Dem australischen Sender ABC  zufolge wurden nun die Patrouillen auf der Insel verstärkt. Zudem würden Campingurlauber gezielt auf die Gefahren durch die Wildhunde hingewiesen.

Die Zeitung "Brisbane Times"  zitierte eine Sprecherin von RACQ LifeFlight Rescue mit den Worten, dass dies bereits die dritte Dingo-Attacke auf Fraser Island in diesem Jahr gewesen sei. Im Januar wurde demnach ein sechsjähriger Junge von einem der Tiere ins Bein gebissen. Und im vergangenen Monat seien eine Mutter und ihr Sohn aus Frankreich von Dingos angegriffen worden. Daraufhin seien zwei Wildhunde eingeschläfert worden.

Der Fall Chamberlain

Einer der spektakulärsten Kriminalfälle in der Geschichte Australiens hatte mit einem Dingo zu tun: Im August 1980 campte Lindy Chamberlain mit ihrer Familie in der Nähe von Uluru - ihre neun Wochen alte Tochter Azaria verschwand aus einem Zelt in der Wüste. Chamberlain hatte angegeben, dass ein Dingo das Baby verschleppt habe. Doch die Ermittler glaubten ihr nicht. Chamberlain wurde erst wegen Mordes verurteilt, dann begnadigt. Im Juni 2012 bestätigte eine Richterin in Darwin dann endgültig Lindy Chamberlains Version der Geschichte.

Der Fall wurde mehrfach verfilmt und in zahlreichen Büchern aufgegriffen. Auch TV-Shows wie die "Simpsons" oder "Seinfeld" nahmen Bezug darauf.

aar