Umfrage zu Freizeitverhalten Deutsche bleiben lieber drinnen

In ihrer Freizeit verlassen die meisten Deutschen laut "Freizeit-Monitor" das Haus lieber nicht. Fernsehen ist immer noch Lieblingsbeschäftigung, außer bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Familie vor dem Fernseher: Typische Freizeitbeschäftigung in Deutschland

Familie vor dem Fernseher: Typische Freizeitbeschäftigung in Deutschland

Foto: Corbis

Berlin - In ihrer Freizeit schalten die Deutschen nach wie vor am liebsten den Fernseher ein. Bereits seit einem Vierteljahrhundert ist Fernsehen ihre liebste Freizeitbeschäftigung, wie aus dem "Freizeit-Monitor"  hervorgeht. 97 Prozent gucken mindestens einmal pro Woche, zwei Drittel sogar täglich. Nur bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat sich das Internet an die Spitze gesetzt. Für die Studie wurden 4000 Bundesbürger ab 14 Jahren im Auftrag der Stiftung für Zukunftsfragen interviewt. Dahinter steckt der Konzern British American Tobacco.

Auf dem zweiten und dritten Rang der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen folgen in diesem Jahr Radiohören (90 Prozent) und von zu Hause aus Telefonieren (87 Prozent). Insgesamt prägen Medien die Freizeit der Deutschen. Die Internetnutzung, aber nach wie vor auch das Lesen von Zeitungen oder Zeitschriften gehören zu den Lieblingsbeschäftigungen.

Bei den Menschen unter 30 haben sogar die neun häufigsten Freizeitbeschäftigungen mit Medien zu tun - von Internet über Social Media bis Musikhören. Auf Platz zehn folgt: Ausschlafen. "Internet, E-Mail und Computer sind im Zehn-Jahres-Vergleich auch insgesamt die eindeutigen Gewinner", sagte Studienleiter Ulrich Reinhardt.

Drei Stunden und 56 Minuten Freizeit pro Tag

Bei Jüngeren wie Älteren gilt, dass sie kaum noch Freizeit außer Haus verbringen. Immerhin 71 Prozent gehen mindestens einmal im Monat spazieren, gut die Hälfte unternimmt etwas mit Freunden, fährt Rad oder treibt Sport. "Aber wir haben bewusst nach monatlichen Aktivitäten gefragt, bei wöchentlichen hätten wir nicht viel aufzulisten gehabt", sagte Reinhardt.

Dabei fühlen sich die Bürger besonders wohl in ihrer Freizeit, wenn sie etwas mit Freunden unternehmen. Auf die Frage, was zum Wohlfühlen wichtig ist, geben drei Viertel der Befragten (74 Prozent) Freunde an. Danach folgen "gut Essen und Trinken" (65 Prozent) und der Partner (63 Prozent). Nur knapp die Hälfte (46 Prozent) nennt den Fernseher. Damit ist dieser aber immerhin wichtiger als "nette Nachbarn" (38 Prozent) und "Feste, Feten, Partys" (27 Prozent).

Rund zwei Drittel der Deutschen (68 Prozent) würden gerne öfter spontan das tun, wozu sie gerade Lust haben. Bei der Frage, was sie gerne häufiger machen würden, gaben ebenfalls fast zwei Drittel (63 Prozent) an, öfter ausschlafen zu wollen. Danach folgen "etwas mit Freunden unternehmen" (60 Prozent), "Wochenendfahrt machen" (59 Prozent) sowie einen "Tagesausflug machen" oder "Faulenzen/Nichtstun" (jeweils 58 Prozent).

Drei Stunden und 56 Minuten Freizeit haben die Deutschen im Durchschnitt pro Tag - bei Familien sind es weniger als drei Stunden, während Ruheständler über fünf Stunden zur freien Verfügung haben. Geschrumpft ist das Budget vor allem bei den Jugendlichen. Zudem steigt die Zahl der Deutschen, die in ihrer Freizeit einen Nebenjob haben: Jeder Fünfte verdient sich mindestens einmal monatlich etwas hinzu.

wit/dpa/AFP