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20. Juli 2019, 17:03 Uhr

Erstmals seit Reaktorunglück

Strandabschnitt im Gebiet Fukushima freigegeben - Menschen baden und surfen

25 Kilometer von der Atomruine Fukushima entfernt haben Japans Behörden das Baden in bestimmten Bereichen wieder erlaubt. 2011 war es dort zur schlimmsten Reaktorkatastrophe seit Tschernobyl gekommen.

Vergnügte Kinder in der Brandung und Surfer auf der Suche nach der nächsten Welle: Zum ersten Mal seit der Reaktorkatastrophe vor mehr als acht Jahren ist ein Strand in der japanischen Präfektur Fukushima wieder freigegeben worden. Viele Menschen badeten am Hitaizumi-Strand in der Stadt Minamisoma im Pazifik, nur etwa 25 Kilometer von der Atomruine entfernt.

Die Reaktoren 1 bis 3 des Atomkraftwerks Fukushima waren am 11. März 2011 in Folge eines Erdbebens und Tsunamis zerstört worden. Weil das Kühlsystem ausfiel, kam es zur Kernschmelze. Wegen der radioaktiven Strahlung mussten damals rund 160.000 Anwohner fliehen. Noch immer können rund 30.000 Menschen nicht zurück. Das Unglück war die schlimmste Atomkatastrophe seit Tschernobyl 1986.

"Ich bin hier mit dem Blick auf die See aufgewachsen. Zum ersten Mal (...) zurückzukommen, weckt einen Hauch von Nostalgie", sagte die Japanerin Sayaka Mori der Nachrichtenagentur Kyodo, während sie mit Mann und drei Kindern am Strand spazierte. Ihr Haus, das nahe am Strand stand, war 2011 von dem Tsunami weggerissen worden.

Noch immer lagern in dem Kraftwerk Hunderte abgebrannte sowie unbenutzte Brennstäbe, die in den kommenden Jahren entfernt werden sollen.

mho/dpa

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