WM-Kneipen-Report Pass, Tor, Prost

WM gucken allein vor der Glotze? Bloß nicht! Zum Start des Turniers in Brasilien stellen wir deutsche Fußballkneipen vor. Zum Auftakt schildern Wirte aus Gelsenkirchen, Köln und München ihre schönsten Anekdoten.

Kneipenwirte Britzius (l.), Jachan: Gastgeber bei der Fußballfete
Fabian Helmich

Kneipenwirte Britzius (l.), Jachan: Gastgeber bei der Fußballfete

Von , Rainer Leurs und


Na klar, wahrscheinlich lässt sich Fußball nirgendwo so gut erleben wie im Stadion. Die Gesänge, das anschwellende Raunen vor einer Torchance, die gespenstische Stille im Fanblock nach einem Treffer für die falsche Mannschaft - diese Atmosphäre ist einzigartig.

Aber wer hat schon Tickets für die WM in Brasilien ergattert? Alternativen müssen her. Und die beste Alternative zum Stadionbesuch ist für viele immer noch die gute alte Fußballkneipe um die Ecke. Viel persönlicher als Public Viewing, aber noch immer groß und stimmungsvoll genug, um das Gemeinschaftsgefühl beim Fußballschauen erleben zu können.

SPIEGEL ONLINE stellt ausgewählte Fußballkneipen in Deutschland vor und lässt die Wirte von ihren Läden erzählen. Die wahren WM-Gastgeber, sozusagen.

Los geht's in Gelsenkirchen ("Bosch"), Köln ("Zum Goldenen Schuss") und München ("Stadion an der Schleißheimerstraße"). Im zweiten Teil lesen Sie alles über beliebte Fußballkneipen in Essen und Hamburg.

"Bosch" in Gelsenkirchen: "Die Mexikaner haben das Fleisch fast roh vom Grill gerissen"

Andrea Kiesendahl

Ronald Marcinkowski, 53, betreibt in Gelsenkirchen das alte Vereinslokal des FC Schalke 04, das jeder unter dem Namen Bosch kennt.

Andrea Kiesendahl

Dunkles Holz, wuchtige Theke: Die Gaststätte strahlt Charme und Gemütlichkeit der sechziger und siebziger Jahre aus. Das Schalke-Logo ist allgegenwärtig. Für die WM wurde die Theke aber auch mit einer schwarz-rot-goldenen Fahnenkette geschmückt.

Andrea Kiesendahl

An einer Sitzbank markiert eine Plakette den Stammplatz der 1990 verstorbenen Schalke-Legende Ernst Kuzorra.

Andrea Kiesendahl

Ein Porträt des Meisterspielers steht auf einem Holzrahmen, es zeigt ihn in fortgeschrittenem Alter, mit Anzug und Krawatte, in der Hand eine Zigarre. Neben dem Bild brennt eine Kerze.

Andrea Kiesendahl

Links und rechts neben dem Thekenbereich gibt es zwei weitere Räume. Einer davon ist das Refugium des Schalke-Fanklubs "Kuzorras Enkel".

Andrea Kiesendahl

Die Gaststätte liegt direkt neben dem ehemaligen Haupteingang zur Glückauf-Kampfbahn, in der Schalke bis 1973 spielte.

Andrea Kiesendahl

Zur WM in Brasilien haben etwa 40 Stammgäste der Kneipe eine Tipprunde eröffnet. Für zehn Euro Einsatz ist man dabei.

Andrea Kiesendahl

Erinnerung an erfolgreiche Zeiten: Auf dem Bild sind unter anderem Meistermannschaften des FC Schalke 04 aus den dreißiger Jahren zu sehen.

Andrea Kiesendahl

Schon die Adresse ist Kult: Die Kneipe liegt am Ernst-Kuzorra-Platz 1.

Ernst-Kuzorra-Platz 1. Allein die Adresse löst bei Fußballfans ein gewisses Kribbeln aus, besonders natürlich bei denen, die zu Schalke halten. Hier befindet sich das alte Vereinslokal, direkt neben dem früheren Haupteingang zur Glückauf-Kampfbahn, wo der Klub bis 1973 spielte. FC Schalke 04 steht in großen königsblauen Buchstaben über der Eingangstür zur Kneipe, die in Gelsenkirchen jeder unter dem Namen "Bosch" kennt.

Drinnen fällt der Blick sofort auf die wuchtige Theke aus dunklem Holz. Grobe braune Fliesen, Eckbänke mit braunem Lederbezug und bunte Bleiglasfenster - die Gaststätte strahlt Charme und Gemütlichkeit der Sechziger- und Siebzigerjahre aus. An einer Sitzbank markiert eine Plakette den Stammplatz der 1990 verstorbenen Schalke-Legende Ernst Kuzorra.

Schalke ist überall im Schankraum, das Vereinswappen prangt auf der Zapfanlage, die Fotos alter Helden hängen an den Wänden. Für die WM wurde die Theke mit einer schwarz-rot-goldenen Fahnenkette geschmückt.

Hinter dem Tresen steht Ronald Marcinkowski, 53, in Jeans und Poloshirt. Er erzählt mit typischer Ruhrpott-Schnauze:

"Das Lokal gibt's seit 1957. Der erste Pächter war 'Ötte' Tibulsky, ein ehemaliger Spieler. Anfang der Siebziger hat dann Gerd Bosch übernommen, der war hier 27 Jahre Wirt. Seitdem geht man hier nach 'Bosch'. Vor zehn Jahren meinte meine Frau, aus dem Laden könnte man was machen. Vorher hatten wir ein Restaurant in Buer. Den Namen 'Bosch' haben wir gelassen, gute Dinge soll man nicht ändern.

Eines der ersten Highlights mit der Kneipe war auf jeden Fall die WM 2006. Fünf Wochen Super-Wetter, Public Viewing im Stadion nebenan, der Laden fast immer voll und eine Wahnsinnsstimmung. Auch durch die vielen internationalen Fans, bis zur neuen Arena sind es ja nur drei Haltestellen mit der Straßenbahn 302. Die Mexikaner haben das Fleisch fast roh vom Grill gerissen, und die Engländer haben getrunken - da hättest du auch direkt eine Leitung legen können. Wir haben in der Zeit zwar kaum geschlafen, aber das war trotzdem richtig klasse.

Von der Stimmung her macht es schon einen Unterschied, ob Länderspiel ist oder Bundesliga. Klar, die Leute identifizieren sich mit der Nationalmannschaft und wollen die WM auch in großer Runde gucken, aber wenn Schalke spielt, geht es hier ganz anders ab, viel intensiver, sehr emotional. Bei Heimspielen wird es dreimal voll: Erst kommen die Leute mit Eintrittskarte, dann die ohne Karte, um sich das Spiel anzusehen, und dann wieder die aus dem Stadion.


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Unter der Woche ist es dagegen ziemlich ruhig - es sei denn, Schalke spielt Champions League, und die Partie wird nur im Pay-TV gezeigt. Ohne Fußball wär die Kneipe längst tot. Die meisten Gäste sind Stammkunden, der Fanklub 'Kuzorras Enkel' hat hier seine Heimat. Die Leute sind einfach, direkt und treu - Schalker eben. Und zwar nicht die, die man im Fernsehen immer sieht, ohne Zähne. Vom Arbeiter bis zum Geschäftsmann ist hier so ziemlich jeder vertreten. Das macht richtig Laune.

Auch die Küche ist einfach gehalten, aber alles frisch, keine Soße aus dem Eimer. Schnitzel, Frikadelle, Currywurst - was anderes wollen die Leute zu ihrem Bier gar nicht. Wenn es kalt ist, vielleicht die Erbsensuppe. Reservierungen gibt es nicht. Das Theater möchte ich nicht haben. Jeder setzt sich dahin, wo Platz ist. Und wenn es voll wird, rücken eben alle enger zusammen. Das funktioniert ganz gut. Mit Wintergarten passen ungefähr 200 Leute hier rein.

Die Kneipe ist übrigens auch Treffpunkt für den 'Bosch-Bus'. Das sind 50 Mann, die zu jedem Auswärtsspiel fahren. Die treffen sich hier manchmal schon mitten in der Nacht. Dann mach ich den Laden auch mal um 3 Uhr für anderthalb Stunden auf. Das gehört zum Service.

Das schönste Erlebnis als 'Bosch'-Wirt war für mich der Schalker DFB-Pokalsieg 2011. Wir hatten ab Samstagmorgen 48 Stunden am Stück geöffnet. Sonntag ist die Mannschaft im Autokorso vorbeigezuckelt. Ich durfte den Pokal sogar mal kurz in meinen Händen halten - grandios! Toppen könnte das nur eine Meisterschaft. Boah, das wär's. Dann würden hier alle komplett austicken, da sind wir ja noch bekloppter als die Zecken (BVB-Fans - d. Red.).

Aber jetzt kann so langsam erst mal die WM losgehen. Endlich wieder Fußball, viele hier haben ja schnell Entzugserscheinungen."

Das "Bosch" in Gelsenkirchen
    Adresse: Ernst-Kuzorra-Platz 1, 45881 Gelsenkirchen

    Bierpreis: 1,30 Euro für ein kleines Veltins vom Fass (0,2l)


"Zum Goldenen Schuss" in Köln: "Nach der ersten WM war der Laden total im Arsch"

Lioba Schneider

Jungstraum von der eigenen Fußballkneipe: Seit 2010 betreiben Tobias Breit und Friedrich Lindenstruth zusammen mit zwei Freunden den "Goldenen Schuss" in Köln.

Lioba Schneider

Kölner Graffiti-Schick an angeranzter Eckfassade: Der "Schuss" gilt an Tagen mit normalem Barbetrieb als Hipsterkneipe - auch wenn die Betreiber das nie zugeben würden. Bei Fußball-Übertragungen ist das Publikum ohnehin bunter gemischt.

Lioba Schneider

Magnetlettern über dem DJ-Pult kündigen die aktuelle Spielpaarung an - dieses Foto entstand vor dem spektakulär bedeutungsarmen Testspiel gegen Polen.

Lioba Schneider

Alte Straßenlaternen sorgen im "Schuss" für das passende Ambiente; Lindenstruth behauptet gar, er habe eine davon "selbst abgeflext". Zu den Stuhlreihen soll während der WM noch eine provisorische Tribüne aus Bierkisten kommen. HD-Beamer werfen ihr Bild auf insgesamt drei Leinwände.

Lioba Schneider

Nach der ersten WM mit durchgehend vollem Haus sei der Laden "total im Arsch" gewesen, erzählt Lindenstruth - bei der fälligen Renovierung kam auch die Retro-Tapete an die Wände. Ein aufgebrochener Kaugummi-Automat fungiert als Streichholzschachtelspender.

Retrotapeten, ausrangierte Straßenlaternen und ein geknackter Kaugummiautomat als Streichholzspender: Ein paar Requisiten weisen darauf hin, dass der "Goldene Schuss" an normalen Barabenden eher vom Kölner Hipster-Volk aufgesucht wird. Wenn aber der Ball rollt, wird die Eckkneipe im Belgischen Viertel zum Anlaufpunkt für Fußballfreunde. Dann fahren die Betreiber alles auf, um den "Schuss" in eine Arena zu verwandeln: HD-Beamer werfen ihr Bild auf Leinwände in drei Ecken des Lokals, reihenweise stehen Sofas, Sitzbänke und Klappstühle aus patiniertem Blech bereit.

Zur WM komme noch eine Tribüne aus Bierkisten dazu, erzählt Friedrich Lindenstruth, ein freundlicher FC-Fan mit Szenevollbart und hochgekrempelter Röhrenjeans. Gemeinsam mit drei Freunden betreibt er den "Goldenen Schuss":

"Es war ein Jungstraum von uns, mal eine Kneipe aufzumachen. Damals, vor der WM 2010, waren wir alle noch Studenten. Eines Tages sind ein paar von uns hier langgelaufen, und der Laden stand leer. Da war der Plan, hier ein Fußballstudio zu machen. Wochenlang haben wir überlegt, wie wir das hinkriegen, die Konzessionen bekommen und so. Es ist ja eine Menge Bürokratie nötig, bis man mal ein Bier ausschenken kann. Wir haben zwei Leinwände hingehängt, Beamer aufgestellt - und dann ging's los. Zum Glück war es dank vieler Freunde, die mit uns feierten, vom ersten Tag an voll.

Wir hatten mit dem Goldenen Schuss immer zwei Standbeine - den Fußball und den normalen Kneipenbetrieb. Mittlerweile ist aber der Fußball von der Liga so entzerrt worden, dass wir eigentlich an vier Tagen die Woche Spiele zeigen können. Ich finde, dass es hier dann unheimlich emotional zugeht, gerade wenn der FC spielt. Es ist laut, es wird viel geschrien und geflucht. Das ist eine positive Energie, die Spaß macht. Stadionatmosphäre.

Nach der ersten WM haben wir noch mal zugemacht für sechs Wochen, der Laden war total im Arsch. Wir haben also alles renoviert. Den ursprünglichen Namen - 'WM-Studio zum Goldenen Schuss' - wollten wir eigentlich auch noch mal ändern. Aber es fiel uns nichts Besseres ein. Und inzwischen ist der Name auch zur festen Redewendung geworden - man geht 'in den Schuss' zum Fußballschauen.

Beim Aus der Bayern liefen die Tränen

Unser Publikum ist bunt gemischt. Jungs und Mädels aus dem Viertel kommen zu uns - aber auch der 40- oder 50-Jährige, der mit seinen Kumpels nur das Spiel sehen will, sitzt bei uns am Tresen. Schräg angeguckt wird da keiner, es ist ein gutes Miteinander.

An einem typischen WM-Tag sind wir meist schon früh hier, ab eins fängt dann das Telefon an zu klingeln. Das sind die Leute, die hier Plätze reservieren wollen. Machen wir aber nicht. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Das heißt: Zu wichtigeren Spielen sollte man zwei Stunden vorher da sein, um einen Platz zu kriegen. Vor Anpfiff gibt es dann noch dieses Ritual, dass sich einer von uns hinstellt und die Mannschaftsaufstellung der deutschen Nationalelf rausbrüllt. Immer nur den Vornamen natürlich, und die Menge antwortet.

Wie viele dann genau hier drin sind, haben wir noch nie gezählt. Es ist auf jeden Fall pickepackevoll. Sogar auf dem Tresen sitzen Leute, da ist dann kein Durchkommen mehr.

Unser schönstes Fußballerlebnis im 'Goldenen Schuss' war bisher wohl der FC-Aufstieg am Ende der aktuellen Saison. Das war ein sehr geiler Abend. Und beim CL-Aus der Bayern gegen Real liefen bei einigen die Tränen.

Womöglich wird das auch bei der WM wieder so. Ich hoffe, die deutsche Elf schafft mehr als drei Spiele. Aus wirtschaftlichen Gründen, aber vor allem als Fan wäre es natürlich schön, wenn die Jungs ähnlich weit kommen wie 2010 oder sogar weiter. Gerade kann ich es mir nur schwer vorstellen - aber ich hoffe, das ändert sich, sobald man erst mal so richtig im Turnier drin ist."

"Zum Goldenen Schuss"
    Adresse: Antwerpener Straße 38, 50672 Köln

    Bierpreis: 2,50 Euro für ein Früh Kölsch vom Fass (0.33l)


"Stadion an der Schleißheimerstraße" in München: Mama Hummels kommt zur Quizrunde vorbei

Michael Jachan

Fast so schön wie das Original: Eine Nachbildung des WM-Pokals im Stadion an der Schleißheimerstraße. In der Kneipe in München sind in den kommenden Wochen alle Spiele des Turniers zu sehen.

Michael Jachan

Wer hier einkehrt, weiß, was ihn erwartet: Fußball, Fußball, Fußball - das Stadion an der Schleißheimerstraße.

Michael Jachan

In der "Saisonkarte 13/14" finden Gäste die Getränkeauswahl An den Wänden: viele Wimpel, viele Trikots, viele Fanschals.

Michael Jachan

Kunstrasen gibt es in der Kneipe auch - unter der Decke. Dazu Konterfeis legendärer deutscher Fußballspieler.

Michael Jachan

Wenn interessante Fußballspiele übertragen werden, laufen hier die Fernseher. Und wenn der Ball an manchen Tagen mal ruht, gibt es in der Kneipe oft Lesungen oder Diskussionsrunden - natürlich zum Thema Fußball.

Fabian Helmich

Die beiden Betreiber der Kneipe: Holger Britzius und Michael Jachan. "Wir sind keine Vereins-, sondern eine Fußballkneipe", sagen sie. Und deshalb ist es auch kein Problem, dass Britzius Fan vom Karlsruher SC ist und für Jachan nichts über den VfB Stuttgart geht.

Fabian Helmich

Volles Haus: Rund 160 Leute haben Platz in der Kneipe. An manchen Tagen ist die Nachfrage so groß, dass Britzius und Jachan vielen Fußballfans absagen müssen.

Schon der Name ist Programm, "Stadion an der Schleißheimerstraße". Praktisch jeder Zentimeter der Kneipe in der Münchner Maxvorstadt ist dem Fußball gewidmet. An der Decke klebt ein Spielfeld aus Kunstrasen, dazu Konterfeis großer deutscher Spieler - Libuda, Netzer, Breitner, Overath, Müller.

Links vom Eingang: die begehrtesten Plätze auf der "Nordtribüne", ausrangierte VIP-Sessel aus der Allianz-Arena. Der Holzstuhl in der Ecke vom "Ostblock" stand einst im alten Wembley-Stadion, er ist Stammgast Wendelin vorbehalten. Wenn er sich stark nach links beugt, hat er eine Eckfahne im Blick, die jemand 1996 beim WM-Qualifikationsspiel zwischen Liechtenstein und Irland mitgehen ließ. Das sind nicht gerade fußballerische Giganten, dafür gab es damals viele Tore, alle fünf für Irland.

Fanschals, Wimpel und Trikots machen die Wände zu einem bunten Teppich. Vieles davon haben Gäste mitgebracht, und so hängen jetzt Topklubs neben Provinzvereinen, das Angebot reicht von Atlético Madrid bis zum SC Schwarzenbek. Kostbarkeiten stecken in Glasrahmen, wie etwa ein Trikot der portugiesischen Fußballlegende Eusébio samt Unterschrift.

Erfinder des Ganzen ist Holger Britzius, 38, der die Kneipe inzwischen zusammen mit Michael Jachan, 44, führt:

"2006 hat alles begonnen. Ich war damals während der Weltmeisterschaft viel unterwegs, habe aber nirgendwo eine richtige Fußballkneipe gefunden. Von Gastronomie hatte ich zunächst keine Ahnung, wollte aber meine Stammkneipe retten, mit der es den Bach runterging. Also habe ich daraus das 'Stadion' gemacht. Ohne Fußball geht hier inzwischen nichts mehr: An Tagen ohne Spiele veranstalten wir passende Lesungen oder Podiumsdiskussionen.

Und dann gibt es noch unser Fußballquiz. Die Mutter von Mats Hummels kommt regelmäßig vorbei. Er selbst war auch schon hier und hat bei der Gelegenheit sein Nationalmannschaftstrikot mit der Nummer 15 hier gelassen. Er lässt sich von seiner Mutter sogar die Bögen für unser Quiz schicken. Mats will möglichst bald wieder an einer unserer Raterunden teilnehmen. Er soll uns nur einen Gefallen tun: nicht schon am 3. Juli, bitte. Das würde schließlich bedeuten, dass es unsere Mannschaft bei der WM in Brasilien nicht ins Viertelfinale schafft, geht also gar nicht.

An Tagen mit Spielen ist hier viel los. Bei Champions-League-Partien könnten wir bis zu 4000 Plätze reservieren, so groß ist die Nachfrage. So viel Platz haben wir natürlich nicht. Die Hütte ist voll, wenn rund 160 Leute da sind. Bei Zweitliga-Spielen kommen so zwischen 60 und 80 Fans. Was uns auffällt: Die Zahl fußballbegeisterter Frauen wächst, jedenfalls hier bei uns im 'Stadion'. Und auch wenn es manche unserer Anhänger vom FC Bayern München vielleicht nicht so gern hören: Wir sind keine Vereins-, sondern eine Fußballkneipe.

Willkommen sind alle, egal für welchen Verein ihr Herz schlägt. Das beste Beispiel sind Michael und ich: Meine Fußballliebe gilt dem Karlsruher SC, seine dem VfB Stuttgart - zwischen den Badenern und den Schwaben herrscht normalerweise große Rivalität, wir dagegen sind da ganz gelassen. Das ist doch der beste Beweis für Toleranz beim Fußball."

Das "Stadion an der Schleißheimerstraße"
    Adresse: Schleißheimer Straße 82, 80797 München

    Bierpreis: 3,50 Euro für ein Spaten hell vom Fass (0,5l)

  • Website der Kneipe



insgesamt 6 Beiträge
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spon-facebook-1478387491 06.06.2014
1. Der Schuss
ist echt n geiler Laden! Bei den richtigen Spielen ist da immer eine Wahnsinns Stimmung!
spmc-121975598324089 06.06.2014
2. BERLIN! - Tante Käthe
Wo ist Berlin? Wo iss der WM-Klub "Tante Käthe"? Wenn es irgendwo Spaß macht ist in der Fussballkneipe in Berlin am Mauerpark!
troy_mcclure 06.06.2014
3. Vielleicht kommt der Beitrag ja noch durch...
Zitat von sysopFabian HelmichWM gucken allein vor der Glotze? Bloß nicht! Zum Start des Turniers in Brasilien stellen wir deutsche Fußballkneipen vor. Zum Auftakt schildern Wirte aus Gelsenkirchen, Köln und München ihre schönsten Anekdoten. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/fussball-kneipen-in-gelsenkirchen-koeln-und-muenchen-a-973413.html
Mir stellt sich folgende Frage: WM gucken mit Tausenden von "Eventfans" und "Möchtegernexperten? Bloß nicht! Lieber schön gepflegt mit den Kumpels, die sich auch außerhalb der WM- und EM-Turniere für Fußball interessieren im Garten bei ein, zwei Kaltgetränken das ein oder andere Spiel sehen.
cadaquesien 06.06.2014
4. Zum Goldenen Schuss
Kölsch aus'm Putzeimer (0,3)? Wie fies!
GyrosPita 07.06.2014
5.
Zitat von cadaquesienKölsch aus'm Putzeimer (0,3)? Wie fies!
Vor allem hab ich noch nie ein 0,33-Liter-Glas (steht so im Artikel) gesehen...
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