Proteste in São Paulo Polizei setzt Tränengas gegen WM-Gegner ein

Kurz vor dem Eröffnungsspiel der Fußballweltmeisterschaft ist es in São Paulo zu Tumulten zwischen WM-Gegnern und der Polizei gekommen: Die Beamten gingen mit Tränengas und Gummigeschossen gegen die Demonstranten vor. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Polizeieinsatz in São Paulo: "Wenn wir keine Rechte haben, wird es keine Meisterschaft geben"
REUTERS

Polizeieinsatz in São Paulo: "Wenn wir keine Rechte haben, wird es keine Meisterschaft geben"


São Paulo - Die Polizei in São Paulo hat schwer bewaffnet eine Demonstration von rund 60 WM-Gegnern aufgelöst. Die Teilnehmer hatten sich bei einer U-Bahnstation im Osten der Stadt versammelt und wollten mit einem Transparent zum Corinthians-Stadion marschieren. Dort finden am Abend die WM-Eröffnungsfeier und das Auftaktspiel Brasilien gegen Kroatien (22 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) statt. Auf dem Plakat der Demonstranten stand: "Wenn wir keine Rechte haben, wird es keine Meisterschaft geben."

Die Polizisten setzten Tränengas und Gummigeschosse ein, um den Protest zu unterdrücken. Örtlichen Medien zufolge wurden mehrere Menschen verletzt - laut CNN sind darunter auch zwei Journalisten des Senders. An einer anderen Stelle der Stadt errichteten Maskierte brennende Straßenbarrikaden, knickten Straßenschilder um, rissen Mülleimer aus den Halterungen und zündeten Müll auf der Straße an.

Schon in den vergangenen Wochen hatte es zum Teil gewaltsame Proteste gegen die WM gegeben. Vor allem die hohen Kosten des Turniers werden kritisiert. Auch im Nahverkehr und im Bildungswesen wurde immer wieder gestreikt, zuletzt war es das Bodenpersonal an den drei Flughäfen von Rio de Janeiro.

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff hatte angekündigt, Demonstrationen während der WM zuzulassen, solange sie friedlich verliefen. In den zwölf Gastgeberstädten sollen 157.000 Polizisten und Soldaten die Sicherheit gewährleisten. Darüber hinaus wurden 20.000 private Sicherheitsleute für die Stadien angeheuert.

Mehr Informationen rund um den Eröffnungstag der Fußballweltmeisterschaft finden Sie in unserem WM-Newsblog.

aar/dpa/AFP

insgesamt 3 Beiträge
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Fazenda44 12.06.2014
1. Keine Worte!!!
Was fällt der brasilianischen Polizei noch ein,.um friedliche Demonstranten still zu bekommen? Es ist beschämend was dort passiert! Nur weil hier Ungerechtigkeiten demonstriert werden, was nicht in die "heile" Fußballwelt passt, wird hier geprügelt was das Zeug hält! Ich habe kein Verständnis für dieses Vorgehen! Alles was unbequem ist wird niedergeschlagen!
FairPlay 12.06.2014
2. Mein Mitgefühl
gilt den ärmsten der Armen in Brasilien. Da müssen doch jedem Tränen in die Augen schiessen wenn Milliarden für die WM ausgegeben werden. Sport Spektakel für die einen, dopelte Not für die anderen. Platter gehört weg. Die Fifa in seiner jetzigen Struktur aufgelöst.
killi 12.06.2014
3. SPON... Angst die WM-Euphorie zu bremsen?
Oder weshalb verharmlost ihr den Polizeieinsatz dermassen? Es GAB Verletzte und wen ein Demonstrant von etlichen Polizisten festgehalten wird und ihm dann NOCH 10cm vor den Augen Pfefferspray bzw. Tränengas in die Augen gesprüht wird, ist das gröbste Körperveretzung. Der Mann kann von Glück reden, wenn er nicht erblindet, sollte das Pfefferspray gewesen sein. http://www.srf.ch/news/international/traenengas-und-partystimmung
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