Daenerys oder Tyrion Deutsche geben ihren Kindern Namen aus "Game of Thrones"

Deutsche Eltern geben ihrem Nachwuchs gerne Namen aus der Serie "Game of Thrones", stellt die Gesellschaft für deutsche Sprache fest. Ein Forscher fand allein 250 Mal Arya.

Tyrion Lennister, ein Namensgeber für Kinder in Deutschland
ddp images/ HBO/ INTERTOPICS/LMKMEDIA Ltd.

Tyrion Lennister, ein Namensgeber für Kinder in Deutschland


Die Serie "Game of Thrones" hat Auswirkungen auf die Namensvergabe in Deutschland. Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) listet in einer Aufstellung "besonderer Namen" knapp zwei Dutzend Charaktere der Serie auf, darunter Daenerys, Tyrion und Arya.

Allein Tyrion sei in den vergangenen drei Jahren 15 Mal vergeben worden, sagte GfdS-Expertin Frauke Rüdebusch. Tyrion Lennister ist einer wichtigsten Charaktere der Sendung, er ist in allen Staffeln zu sehen. Der Hobby-Namensforscher Knud Bielefeld hatte ebenfalls die Häufigkeit der "Game-of-Thrones"-Namen untersucht und war unter anderem 250 Mal auf Arya gestoßen. Auch sie ist eine zentrale Figur der Sendung (lesen Sie hier mehr über "Game of Thrones").

"Es gibt einen Trend zur Individualisierung", sagt Rüdebusch. Der beschränkt sich nicht auf Figuren aus der erfolgreichen Fantasyserie. Etwa, wenn Eltern ihre Kinder Knirpsi nennen wollen oder Eisenstein. Von beiden Namen hat die GfdS den Elternpaaren abgeraten.

Auch die griechische und römische Mythologie wird gerne bemüht. Wie aus den Urkunden der Standesämter hervorgeht, nannten Eltern ihre Kinder etwa Adonis, Poseidon oder Apollo. Zu den weiteren ungewöhnlichen Namen zählen Wendelbert, Bombastus, Terence-Spencer, Kurdistan oder Jamy-Oliver.

"Popcorn" wurde abgelehnt

"Welche Motive der Namensvergabe jeweils zugrunde lagen, ist uns nicht bekannt", heißt es von der GfdS. Die juristische Entscheidung zur Eintragung werde von den Standesämtern getroffen. Die GfdS bietet allerdings Gutachten über Vornamen an. So lehnten die Sprachexperten unter anderem Popcorn, Urmel oder Lucifer ab. Man orientiere sich dabei vor allem am Kindeswohl.

Der Dresdner Psychologe Ulrich Winterfeld warnt Eltern davor, ihren Neugeborenen derart ungewöhnliche Namen zu geben: "Kinder mit exotischen Namen haben es deutlich schwerer." Erzieher und Lehrer könnten mit verständlichen, deutschen Namen wie Alexander, Marie oder Hanna mehr anfangen, sagt der Wirtschaftspsychologe: "Es gibt verschiedene Untersuchungen, die zeigen, dass der Vorname etwas mit dem beruflichen Erfolg zu tun hat."

jpz/mamk/dpa



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