Gammelfleisch in Shanghai Knapp 3000 Schweinekadaver aus Fluss gefischt

In Shanghai geht die Angst um: Im Fluss Huangpu wurden Tausende tote Schweine gefunden. Bisher ist nicht klar, woran sie starben - das Trinkwasser für die Millionenmetropole könnte verseucht werden.

AFP

Peking - Der Fluss Huangpu in Shanghai versorgt etwa 23 Millionen Menschen mit Trinkwasser. Jetzt schwimmen knapp 3000 Schweinekadaver darin herum. Laut offiziellen Behördenangaben konnte bisher keine Kontaminierung des Gewässers festgestellt werden. Stündlich genommene Wasserproben zeigten bislang normale Werte, hieß es. Die Bewohner der Megametropole jedoch sind in größter Sorge.

Seit Freitag sind Beamte damit beschäftigt, im südwestlichen Distrikt Songjiang die aufgeblähten und stinkenden Schweineleichen aus dem Wasser zu ziehen. Am Montagmorgen wurde die Zahl der Kadaver mit 2813 angegeben.

Ein Sprecher des Landwirtschaftskomitees in Shanghai erklärte, man wisse bisher nicht, woran die Tiere gestorben seien. Man habe jedoch in einem Schweinekörper das potentiell tödliche Porcine Circovirus entdeckt, einen Erreger, der bereits seit 1962 bekannt ist und bei Infektion mit hohem Fieber, Niesen und Husten einhergeht. Er ist nicht auf Menschen übertragbar. Die toten Tiere stammen demnach aus der Stadt Jiaxing in der Provinz Zhejiang. Man habe dort keine entsprechende Epidemie feststellen können, hieß es.

In China müssen Nutztiere, die an einer Krankheit gestorben sind, verbrannt oder begraben werden. Es gibt jedoch Bauern, die das kontaminierte Fleisch trotzdem an die Schlachtereien verkaufen. In der lokalen Parteizeitung "Jiaxing Daily" beklagte ein Bauer aus dem Dorf Zhulin, dass allein im Januar mehr als 10.000 tote Schweine angefallen seien. Man habe aber zu wenig Land, um all die Kadaver vorschriftsmäßig zu beerdigen.

Dem Ministerium für öffentliche Sicherheit in Peking ist das Problem mit der Lebensmittelsicherheit bekannt. Die Polizei geht jetzt verstärkt gegen den illegalen Handel mit keimverseuchtem Schweinefleisch vor.

Bereits im vergangenen Jahr waren zwölf Mitglieder eine Bande von mutmaßlichen Gammelfleischhändlern in Jiaxing festgenommen worden. Die Polizei konfiszierte knapp zwölf Tonnen verdorbenes Schweinefleisch.

An die Öffentlichkeit kam der Schweineskandal durch Huang Beibei aus Shanghai, der Fotos von den Kadavern gemacht und sie am Donnerstag auf seinem Blog im Internet gezeigt hatte. "Das ist das Wasser, das wir trinken", schreibt er. "Was gedenkt die Regierung dagegen zu tun?"

ala/AP



insgesamt 6 Beiträge
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hasenherz 11.03.2013
1. Dort wie hier
Hier sterben qualvoll auch täglich tausende Schweine und Ferkel, die auf den Müll landen - nur sieht es keiner, keiner will es sehen und keiner will darüber berichten. Macht Eure Augen auf - wer ein Herz hat, wir aufhören diese Massenvernichtungs-Industrie zu unterstützen! http://www.swr.de/betrifft/schweine-muell-billigfleisch-betrifft/-/id=98466/nid=98466/did=10199380/sje80d/index.html THINK - GO VEGAN!
ice2go 11.03.2013
2. Massentierhaltung
Ich bin zwar nicht fuer vegane Ernaehrung, wie mein Vorredner, aber die Kritik an der Massentierhaltung kann ich uneingeschrengt unterstuetzen. Und das nicht nur bei Schweinen, sondern auch bei Gefluegel wird einfach drauf los gemaestet obwohl es bessere Wege gibt, aber solange die Politik die Geldmache unterstuetzt wird sich nichts aendern.
earl grey 13.03.2013
3. Nach Smog jetzt auch verseuchtes Wasser
Zitat von sysopAFPIn Shanghai geht die Angst um: Im Fluss Huangpu wurden Tausende tote Schweine gefunden. Bisher ist nicht klar, woran sie starben - doch das Trinkwasser für die Millionen-Metropole könnte verseucht werden. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/gammelfleisch-in-shanghai-3000-schweinekadaver-aus-fluss-gefischt-a-888102.html
Tolle Kommentare bisher - komplett am eigentlichen Thema vorbei, Hauptsache die eigene Ideologie verbreitet. Zum Thema: in anderen Medien wird von 6000 toten Schweinen im Fluss berichtet und davon, dass Bauern die Schweine nicht ordnungsgemäß entsorgt hätten, sondern einfach in den Fluß gekippt haben. Nur ist der auch für die Trinkwassergewinnung von Millionen Menschen zuständig. Nach Smog jetzt auch verseuchtes Wasser - die Chinesen müssen höllisch aufpassen, dass denen ihr unkontrolliertes Wachstum umweltmäßig nicht irgendwann um die Ohren fliegt. Wenn durch irgendeine selbstgemachte Umweltsünde plötzlich tausende oder mehr Chinesen sterben, ist das Land nicht mehr zu halten...
Mart-73 13.03.2013
4.
Deutsche Gammelfleischfirmen reiben sich die Hände. Fieberhaft wird momentan ein Weg gesucht die chinesischen Schweinekadaver diskret am Zoll vorbei ins Land zu schmuggeln. Die Ablenkung der Bevölkerung durch den Pferdefleischskandal verhindert dabei gekonnt etwaige Gewissenskonflikte der Führungsebene. Schwein gehabt!
Meckerliese 13.03.2013
5. Ich fass es nicht
Was sind das nur für Schweine welche verendete Schweine einfach ins Wasser werfen. Die gehören alle gleich aufgehängt weil sie mit dem Leben von Millionen Menschen spielen.
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