Garching bei München Boxer stirbt nach Herzstillstand im Ring

In Garching ist ein 38 Jahre alter Boxer in einem Kampf zusammengebrochen. Die Polizei rückte an und berichtet von Behinderung der Rettungskräfte, Teilnehmer der Veranstaltung widersprechen. Der Sportler starb.
Blaulicht (Symbolbild)

Blaulicht (Symbolbild)

Foto: IMAGO/Wolfgang Maria Weber

Ein Boxer ist nach einem Wettkampf in Garching bei München gestorben. Der 38-Jährige starb am Sonntagnachmittag in Folge eines Herzstillstands. Einen Tag zuvor hatte er als Hauptkämpfer einer Veranstaltung im Ring gestanden, war ohne gegnerische Einwirkung zusammengebrochen und hatte das Bewusstsein verloren.

Weil rund 50 Fans den Rettungsdienst an der Versorgung gehindert haben sollen, seien über 15 Streifen und eine Sondereinheit angerückt, um den Bereich abzusichern. So schildert es die Bayerische Polizei in einer Pressemitteilung . Nach der Behandlung vor Ort wurde der Sportler in ein nahegelegenes Krankenhaus transportiert. Auch dort sollen sich störende Fans versammelt haben, die von der Polizei beruhigt werden mussten.

Teilnehmer der Veranstaltung widersprechen der Polizei

Thomas Gotterbarm, Kulturreferent der Stadt Garching, widerspricht der Darstellung der Polizei. »Es war dramatisch und emotional, aber es gab definitiv keine Störung des Rettungsteams«, sagte Gotterbarm dem »Merkur« . Er sei mit Mitarbeitern bei der Veranstaltung gewesen. Es habe keine Ausschreitungen gegeben, die Wege seien für den Rettungsdienst freigemacht worden.

Andere Besucher der Veranstaltung bestätigen Gotterbarms Beobachtung. »Zu keiner Zeit haben Fans die Rettungssanitäter bedrängt oder gestört«, schreibt Lars Plath auf Facebook .

Thomas Künzel war als Delegierter des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB) vor Ort. Laut seiner Einschätzung können die widersprüchlichen Aussagen mit dem zeitlichen Ablauf zusammenhängen. Unmittelbar nachdem der Boxer im Ring zusammengebrochen war, hätten die bei jeder Profiveranstaltung anwesenden Rettungssanitäter die Erstversorgung übernommen und Reanimationsversuche gestartet, sagte Künzel dem SPIEGEL. Sie hätten direkt am Ring gesessen, seien sofort hineingeschickt und in ihrer Arbeit von niemandem beeinträchtigt worden.

Im Gegenteil hätten andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung sogar sichergestellt, dass die Sanitäter ihrer Arbeit bestmöglich nachkommen konnten. Ein weiterer zu Hilfe gerufener Rettungswagen, der nach wenigen Minuten am Veranstaltungsort eintraf, hätte dann wohl die Polizei verständigt, die erst später eintraf.

Anmerkung der Redaktion: Eine erste Fassung der Meldung stützte sich ausschließlich auf die Darstellung der Polizei. Wir haben sie nachträglich ergänzt.

apr/mmm/dpa
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