Einsturz mit 43 Toten Renzo Piano baut neue Brücke für Genua

Die neue Brücke soll Ende 2019 stehen: Nach dem verheerenden Einsturz von Genua hat Stararchitekt Renzo Piano den Zuschlag für ein neues Bauwerk bekommen. Für jedes Todesopfer soll es eine Lampe geben.
Brückenruine (Archiv)

Brückenruine (Archiv)

Foto: Lena Klimkeit/ dpa

Renzo Piano stammt aus Genua. Nun verantwortet der Stararchitekt in seiner Heimat den Bau einer Brücke an der Stelle, an der das bisherige Bauwerk Mitte August einstürzte. Der 81-Jährige leite den Wiederaufbau, für den ein Konsortium aus drei Großkonzernen ausgewählt worden sei, teilte der Kommissar für den Wiederaufbau, Marco Bucci, mit.

Im Wettbewerb konnte sich Piano mit seinen Plänen auch gegen einen Entwurf des spanischen Stararchitekten Santiago Calatrava durchsetzen, der für seine geschwungenen Bauten wie zum Beispiel in Valencia bekannt ist. Calatrava habe weiter seine Zusammenarbeit angeboten, sagte Bucci.

202 Millionen Euro veranschlagt

Die Brücke war Mitte August zusammengebrochen. Unter anderem gegen den Autobahnbetreiber Autostrade per l'Italia wird wegen des Einsturzes ermittelt. Für jedes der 43 Todesopfer soll es nach Pianos Plänen eine Lampe an dem Viadukt geben.

Die neue Brücke solle kein "Monument für die Gefallenen" werden, "es wird eine nüchterne (...) Brücke sein, sicher und leicht zu warten, die tausend Jahre hält und die ganze Stadt repräsentiert", hatte der Architekt bei der Vorstellung seiner Pläne im September gesagt.

Das neue Viadukt soll bis Ende 2019 stehen. Der Baukonzern Salini Impregilo sowie die staatlich kontrollierten Unternehmen Fincantieri und ItalFerr sollen die Brücke für 202 Millionen Euro aufbauen. "Heute erfüllt sich ein wichtiger Schritt für die Zukunft der Stadt", sagte Bucci, der auch Bürgermeister von Genua ist.

Renzo Piano 2015

Renzo Piano 2015

Foto: Etienne Laurent/ dpa

Piano ist Träger des Pritzker-Architekturpreises und hat Bauwerke in aller Welt entworfen, darunter das Hochhaus The Shard in London und das der "New York Times" in Manhattan. In Berlin steht er hinter dem Wiederaufbau des Potsdamer Platzes, in Köln hat er das Weltstadthaus entworfen.

apr/dpa
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