Geräte abgeschaltet Schwangere Koma-Patientin in Texas gestorben

Der lange Kampf um den selbstbestimmten Tod von Marlise Muñoz ist beendet. Die 33-Jährige, die vor Monaten für hirntot erklärt wurde, ist im Krankenhaus gestorben. Die Ärzte hatten sich geweigert, die künstliche Beatmung abzustellen - nun mussten sie sich einem Gerichtsurteil beugen.
Erick Muñoz vor einem Bild mit seiner Frau: Marlise Munoz durfte am Sonntag sterben

Erick Muñoz vor einem Bild mit seiner Frau: Marlise Munoz durfte am Sonntag sterben

Foto: Ron T. Ennis/ dpa

Fort Worth - Einen Tag früher als geplant ist der Kampf von Erick Muñoz zu Ende. Wochenlang hatte er dafür gekämpft, dass seine hirntote Frau nicht weiter künstlich am Leben erhalten wird. Am Sonntag schließlich haben die Ärzte einer Klinik im US-Bundesstaat Texas auf gerichtliche Anweisung hin die Beatmungsgeräte abgeschaltet, sagte Muñoz der BBC. Das sollte eigentlich erst am Montag geschehen.

Der Fall hatte die USA bewegt und eine Debatte über einen selbstbestimmten Tod ausgelöst. Mehr als zwei Monate lang hatten die Mediziner die 33-jährige Schwangere nicht sterben lassen - gegen ihren erklärten Willen. Erst vor wenigen Tagen dann kam die Entscheidung des zuständigen Bezirksgerichts. Demnach sollten die Ärzte dem Willen der Familie nachgeben.

Muñoz brach Ende November wegen einer Lungenembolie zusammen. Ihrem Ehemann Erick zufolge war unklar, wie lange der Fötus damals nicht mit Sauerstoff versorgt wurde. Da Muñoz im vierten Monat schwanger war, als sie zu Hause kollabierte, bestand das Krankenhaus auf lebensverlängernden Maßnahmen, um das ungeborene Baby zu retten. Texas gehört zu den zwölf US-Bundesstaaten, in denen schwangere Frauen laut Gesetz unter allen Umständen am Leben gehalten werden müssen.

Aus den bei Gericht vorgelegten Krankenhausdokumenten geht laut "New York Times"  aber hervor, dass Muñoz zwei Tage nach Einlieferung ins Krankhaus hirntot war und ihr ungeborenes Kind "nicht überlebensfähig" sei. Die Anwältin der Familie argumentierte vor Gericht laut "New York Times": "Schwangere Frauen sterben jeden Tag. Wenn sie sterben, sterben die Föten mit ihnen. So war es immer schon, so sollte es sein."

vks/lis/dpa
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