Katholische Kirche Umstrittener Bischof angeblich vor Wechsel nach Rom

Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller soll das dritthöchste Amt in der katholischen Kirche übernehmen. Laut Zeitungsberichten will Papst Benedikt XVI. den 64-Jährigen zum neuen Präfekten der Glaubenskongregation ernennen.

Regensburger Bischof Müller: Angeblich vor einem Wechsel nach Rom
REUTERS

Regensburger Bischof Müller: Angeblich vor einem Wechsel nach Rom


Regensburg - Einer der umstrittensten deutschen Bischöfe steht angeblich vor einem Wechsel nach Rom. Das berichten "Süddeutsche Zeitung" und "Straubinger Tagblatt" (Samstagausgabe) unter Berufung auf Kirchenkreise. Demnach werde Papst Benedikt XVI. den 64-Jährigen zum neuen Präfekten der Glaubenskongregation ernennen. Die Personalie soll in der kommenden Woche bekanntgegeben werden.

Allerdings wird schon seit Jahren immer wieder spekuliert, dass der 64 Jahre alte Geistliche seinen Posten in der Oberpfalz aufgeben muss. Müller hat vor allem durch seinen eigenwilligen Umgang mit katholischen Laien viel Kritik der Kirchenbasis auf sich gezogen.

Im vergangenen Jahr sorgte Müller mit einer Provokation der evangelischen Kirche für Aufsehen. Er forderte die evangelische Seite damals auf, sich "ganz offiziell" von der Behauptung des Reformators Martin Luther zu distanzieren, dass der Papst der Antichrist sei. Das brachte ihm auch in der katholischen Kirche Ärger ein. Ihm wurde vorgeworfen, mit der Attacke von Missbrauchsskandalen ablenken zu wollen. Das sei nicht hilfreich.

Bistumssprecher Clemens Neck wollte den Zeitungsbericht am Freitagabend nicht kommentieren. Er könne dazu keine Informationen geben, sagte Neck.

cte/dapd



insgesamt 86 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
satissa 30.06.2012
1. Wir schreiben das Jahr 2012...
und es gibt immer noch Menschen, die diesen Hokuspokus ernst nehmen. Es gibt doch wichtigeres als diese Sekte, zu der mir nur Realitätsferne, Diskriminierung von Frauen, Hexenverbrennungen und Pädophilenskandale einfallen.
Peter Werner 30.06.2012
2.
Nur noch lächerlich. Da fordert ein Vertreter von Sekte A allen Ernstes von Sekte B, sich von irgendwelchen jahrhundertealten Aussagen über Sektenführer A zu distanzieren. Und genau dieser Vertreter von Sekte A soll jetzt der Leiter der "Glaubenskonkretation" (= Nachfolge der Inquisition) werden. Lächerlich, wenn es nicht so traurig wäre. Lächerlich, wenn nicht auf Grund solchen und ähnlichen Unsinns Kriege geführt werden/wurden, welche unzähligen Menschen das Leben kosten und kosteten.
udo46 30.06.2012
3. xxx
Zitat von satissaund es gibt immer noch Menschen, die diesen Hokuspokus ernst nehmen. Es gibt doch wichtigeres als diese Sekte, zu der mir nur Realitätsferne, Diskriminierung von Frauen, Hexenverbrennungen und Pädophilenskandale einfallen.
Seien Sie getröstet! Die letzte Kirchenaustrittsstatistik belegt, dass 2010 mit über 181.000 Austritten aus der kath. Kirche in D ein neuer Höhepunkt erreicht wurde. Dazu kommt, dass im Jahr 2010 erstmals mehr Menschen ausgetreten sind, als eingetreten wurden. Es besteht also Hoffnung, dass wir der Metamorphose der RKK zur Sekte noch in diesem Leben beiwohnen können. Ein grosser Schritt in diese Richtung wäre der Wechsel des Herrn Müller nach Rom an die Spitze der Schnüfflerkongregation.
thorfin 30.06.2012
4. optional
alle Subventionen für diese religiösen Vereine streichen und dafür sorgen, dass sie ihre Arbeitsstellen nicht an die Vereinszugehörigkeit binden dürfen, mit entsprechenden Kontrollen. Dann können alle kirchlichen Angestellten ohne Probleme aus dem Verein austreten. Ich schätze dann Löst sich das Problem schneller von alleine.
niska 30.06.2012
5.
Zitat von udo46Seien Sie getröstet! Die letzte Kirchenaustrittsstatistik belegt, dass 2010 mit über 181.000 Austritten aus der kath. Kirche in D ein neuer Höhepunkt erreicht wurde. Dazu kommt, dass im Jahr 2010 erstmals mehr Menschen ausgetreten sind, als eingetreten wurden. Es besteht also Hoffnung, dass wir der Metamorphose der RKK zur Sekte noch in diesem Leben beiwohnen können. Ein grosser Schritt in diese Richtung wäre der Wechsel des Herrn Müller nach Rom an die Spitze der Schnüfflerkongregation.
Das hoffen Sie zu früh. Die deutsche RKK finanziert aufgrund der Reichskonkordate einen wichtigen Teil der weltweiten Organistation. Dies Konkordate sind nicht einseitig kündbar. Wird also auf Gedeih und Verderb auch mit wenigen deutschen Mitgliedern mit allen Sonderbehandlungen erhalten bleiben. Extreme Religion (also Katholizismus, Islamismus etc.) braucht arme und/oder manipulierbare, einfachere Menschen. Da gibt es in Lateinamerika, Afrika und Asien leider genug davon, die darauf reinfallen. Sobald Glaube als Religion instrumentalisiert wird, taugt er nichts mehr.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.