Germanwings-Katastrophe Lubitz' Eltern bedanken sich in Traueranzeige bei Freunden

Vor mehr als einem Jahr ließ Andreas Lubitz Germanwings-Flug 4U9525 in den Alpen zerschellen. Jetzt trauern die Eltern des Co-Piloten erstmals öffentlich um ihren Sohn - in einer Zeitungsanzeige.

Rosen an der Absturzstelle
Getty Images

Rosen an der Absturzstelle


Bislang konnten die Eltern von Andreas Lubitz nicht öffentlich um ihren Sohn trauern - denn der hat Germanwings-Flug 4U9525 im März 2015 in den französischen Alpen abstürzen lassen und dabei 149 Menschen mit in den Tod gerissen. Nun haben die Eltern des damals 27-Jährigen erstmals ihre Trauer um Lubitz öffentlich zum Ausdruck gebracht.

In einer Zeitungsanzeige dankten sie Freunden und Verwandten, die ihnen im vergangenen Jahr beigestanden hätten, wie die "Bild"-Zeitung meldet. "DANKE an alle in der Stadt Montabaur für den Zusammenhalt und den geschützten Raum, den ihr für uns geschaffen habt", heißt es in der Annonce, die in der "Westerwälder Zeitung" erschien.

Lubitz wird nicht zu den Opfern des Flugzeugabsturzes gezählt, für den er den Ermittlungen zufolge verantwortlich war. In der Anzeige, in der neben einem Foto lediglich der Vorname des Toten steht, heißt es: "DANKE für jede geschriebene Zeile, jedes tröstende Wort, jeden Besuch, jede liebevolle oder stumme Umarmung, jede Blume an seinem Grab."

"Unglaubliches Unglück über viele, viele Menschen gebracht"

Die Eltern schreiben auch von einem "Jahr voller Erschrecken und Angst, Nichtbegreifens, Ruhelosigkeit, Sprachlosigkeit, Verzweiflung und nicht bewältigter Trauer", gegen Ende des Anzeigentextes heißt es: "Wir haben einen liebenswerten und wertvollen Menschen verloren."

Ende März hatten die Angehörigen der 149 Todesopfer anlässlich des ersten Jahrestags der Katastrophe in Südfrankreich der Verstorbenen gedacht. Bei der streng abgeschirmten Zeremonie sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr: "Dieser tragische Absturz hat unglaubliches Unglück über viele, viele Menschen gebracht. Dieses Unglück können auch wir nicht lindern, aber wir können zumindest den Angehörigen beistehen."

Das Flugzeug war in den französischen Alpen zerschellt, nachdem der offenbar psychisch kranke Co-Pilot Lubitz den Sinkflug eingeleitet hatte. Alle 150 Menschen an Bord starben, 72 kamen aus Deutschland, darunter auch eine Gruppe aus 16 Schülern und zwei Lehrerinnen aus dem westfälischen Haltern.

Im Video: Gedenkfeier für Angehörige in Le Vernet

mxw

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