"Geschenk Gottes" Käßmanns Pillenlob bringt Katholiken in Rage

Ärger auf dem Ökumenischen Kirchentag: Die evangelische Pfarrerin Käßmann hat die Antibabypille als "Geschenk Gottes" bezeichnet - und damit die katholischen Bischöfe verärgert. Deren Vorsitzender Zollitsch wies die Deutung entschieden zurück.
Margot Käßmann auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag: Pille als "Geschenk Gottes"?

Margot Käßmann auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag: Pille als "Geschenk Gottes"?

Foto: Andreas Gebert/ dpa

München - Der Vorsitzende der Katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat das Plädoyer von Margot Käßmann für die Antibabypille zurückgewiesen. Mit Blick auf deren Aussage, die Pille sei "ein Geschenk Gottes", erklärte der Freiburger Erzbischof am Samstag bei der Abschlusspressekonferenz des 2. Ökumenischen Kirchentags: Die Pille sei vom Menschen gemacht und nicht etwas, "was Gott in die Welt hineingeschenkt hat".

Da wolle er Käßmann schon entschieden widersprechen. Näher eingehen wollte Zollitsch auf die Predigt der früheren Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland nicht. Sie habe ihre persönliche Meinung geäußert, sagte der Erzbischof lediglich und fügte hinzu: "Die katholische Lehre ist ganz klar, das bedarf keines weiteren Kommentars." Die katholische Kirche lehnt Verhütungsmittel wie die Pille strikt ab.

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Käßmann beim ÖKT: "Danke, das tut mir gut"

Foto: Miguel Villagran/ Getty Images

Die Ex-Bischöfin hatte am Donnerstagabend im katholischen Liebfrauendom, der Münchner Bischofskirche, die Pille gelobt: Es gehe um die Erhaltung von Leben, um Freiheit, um "Liebe ohne Angst" und um verantwortliche Elternschaft. Käßmann plädierte für Geburtenkontrolle und für einen offenen Zugang zu Verhütungsmitteln.

hil/ddp
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