US-Model Gigi Hadid unter potenziellen Geschworenen im Weinstein-Prozess

Zwölf Geschworene werden für den Prozess gegen Harvey Weinstein gesucht. Als mögliche Kandidatin erschien nun Model Gigi Hadid vor Gericht: Sie kenne den Angeklagten, könne aber "offen an die Fakten herangehen".
Gigi Hadid beim Verlassen des Gerichtsgebäudes in New York: Das Model lebt in Manhattan

Gigi Hadid beim Verlassen des Gerichtsgebäudes in New York: Das Model lebt in Manhattan

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Ted Shaffrey/ AP

Das US-Model Gigi Hadid könnte möglicherweise Geschworene im Prozess gegen den früheren Produzenten Harvey Weinstein werden. Die 24-Jährige war am Montag in New York unter den zufällig ausgewählten potenziellen Geschworenen für den Prozess, wie US-Medien berichteten. Bei der Befragung gab sie demnach an, dass sie sowohl Weinstein als auch die Schauspielerin und mögliche Zeugin Salma Hayek persönlich kenne. "Ich denke aber, dass ich trotzdem offen an die Fakten herangehen könnte", sagte Hadid.

Die Auswahl der Geschworenen-Jury für den Prozess ging am Montag bereits in ihren fünften Tag. Insgesamt müssen zwölf Geschworene und sechs Ersatzkandidaten gefunden werden, bevor der Prozess mit den Auftaktplädoyers dann beginnen kann. In den USA muss fast jeder Erwachsene immer mal wieder zum Jury-Dienst antreten - auch Prominente wie Hadid. Sie werden aber letztlich äußerst selten für eine Jury ausgewählt, da das Interesse an ihren Personen vom Prozess ablenken könnte. Hadid arbeitete bereits für Marken wie Chanel und Victoria's Secret, bei Instagram folgen ihr mehr als 51 Millionen Menschen.

DER SPIEGEL

In dem Prozess gegen Weinstein geht es um die Vorwürfe von zwei Frauen: Weinstein soll eine von ihnen 2006 zum Oralsex gezwungen haben, die andere Frau soll er 2013 vergewaltigt haben. Der Prozess könnte insgesamt bis zu zwei Monate dauern. Bei einer Verurteilung droht dem 67-Jährigen eine lebenslange Haftstrafe. In Kalifornien ist ein weiterer Strafprozess angekündigt. Weinstein weist die Vorwürfe zurück und spricht von einvernehmlichen sexuellen Handlungen.

Insgesamt haben mehr als 80 Frauen Weinstein in den vergangenen Jahren sexuelle Übergriffe vorgeworfen, darunter Schauspielerinnen wie Angelina Jolie und Uma Thurman. Die Anschuldigungen gegen Weinstein - im Herbst 2017 von der "New York Times" und dem Magazin "New Yorker" veröffentlicht und später mit dem Pulitzerpreis gekrönt - haben die #MeToo-Bewegung ausgelöst.

aar/dpa
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