Schwerer Waldbrand auf Gran Canaria "Wir kämpfen um unsere Insel"

Drei Dörfer sind evakuiert, rund 1000 Hektar Bergland bereits verwüstet: Auf Gran Canaria wütet ein Waldbrand, angefacht von starkem Wind. Ein 55-Jähriger wurde festgenommen.

Uncredited/Guardia Civil/AP/dpa

Auf der Urlaubsinsel Gran Canaria ist ein Waldbrand außer Kontrolle geraten. Rund 1000 Bewohner dreier Dörfer mussten nach Behördenangaben vom Sonntag in Sicherheit gebracht werden, die Flammen verwüsteten eine Fläche von etwa 1000 Hektar. Betroffen sind die Orte Tejeda, Artenara und Gáldar. Laut spanischen Medien sind bisher aber keine Häuser in den Dörfern beschädigt worden.

Das Feuer war am Samstag in der Ortschaft Artenara im Landesinneren, rund 20 Kilometer von der Inselhauptstadt Las Palmas entfernt, ausgebrochen. Feuerwehrleute konnten die Flammen nach den Worten von Regionalpräsident Angel Victor Torres bis zum Abend weitgehend unter Kontrolle bringen, bevor sich der Wind drehte und das Feuer in der Nacht zum Sonntag weiter anfachte. Die Flammen bedrohen neben den Ortschaften auch den Tamadaba-Nationalpark im Westen der Urlaubsinsel.

"Wir kämpfen um unsere Insel", hatte die Feuerwehr von Gran Canaria am Wochenende auf ihrem Twitterkanal geschrieben und hinzugefügt, dass man "mit der Situation überfordert" sei. Auf Gran Canaria leben rund 900.000 Menschen, dazu kommen Hunderttausende Urlauber jedes Jahr.

Mehr als 200 Feuerwehrleute und spezialisierte Soldaten, die vom spanischen Festland eingeflogen wurden, kämpften am Sonntag aus drei Richtungen gegen den Brand. Die Löscharbeiten gestalteten sich in dem bergigen Gelände schwierig. Zehn Löschflugzeuge und -Hubschrauber waren im Einsatz. Die starke Rauchentwicklung war auch auf der Nachbarinsel Teneriffa sichtbar. Von der spanischen Regierung in Madrid kam die Zusage, bei der Bekämpfung der Feuer und der Aufarbeitung der Folgen unterstützen zu wollen.

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Waldbrände auf Gran Canaria: Rauch über der Urlaubsinsel

Möglicherweise habe ein 55-Jähriger den Brand bei Schweißarbeiten ausgelöst, zitierte die Zeitung "La Vanguardia" die Behörden. Der Mann wurde von der Guardia Civil vernommen.

jok/AFP/dpa



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