Fünfter Jahrestag des Grenfell-Hochhausbrandes »Forever in our Hearts«

Bei einer Gedenkfeier in London sind die Namen der 72 Todesopfer der Brandkatastrophe im Londoner Grenfell Tower verlesen worden. Ein defekter Kühlschrank hatte 2017 die Katastrophe ausgelöst.
Gedenken in London: Die brennbare Fassadenverkleidung machte aus einem Feuer eine Katastrophe

Gedenken in London: Die brennbare Fassadenverkleidung machte aus einem Feuer eine Katastrophe

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Alberto Pezzali / AP

»Forever in our Hearts«: 72-mal wurden diese Worte in der Westminster Abbey wiederholt, für jedes einzelne Opfer der Londoner Brandkatastrophe vor fünf Jahren. Am 14. Juni 2017 waren 72 Menschen ums Leben gekommen, als im Westen der britischen Hauptstadt der Grenfell Tower, ein 24-stöckiger Sozialbau, ausbrannte.

Bei dem Gottesdienst, an dem unter anderem der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan und die frühere Premierministerin Theresa May teilnahmen, verlasen Geistliche verschiedener Religionen die Namen der verunglückten Frauen, Männer und Kinder.

Die Worte »Forever in our Hearts«, zu Deutsch: »Für immer in unseren Herzen«, stehen auch an dem mittlerweile eingehüllten, ausgebrannten Grenfell Tower im Stadtteil Kensington. Premierminister Boris Johnson sprach den Angehörigen zum Jahrestag ebenfalls sein Beileid aus.

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Brandursache des Feuers am 14. Juni 2017 war ein defekter Kühlschrank in einer Wohnung in der vierten Etage des 24-stöckigen Gebäudes mit Sozialwohnungen im Stadtteil North Kensington. Über eine brennbare Fassadenverkleidung breiteten sich die Flammen rasend schnell über weite Teile des Wohnturms aus, Dutzende Bewohner waren dem Feuer hilflos ausgeliefert.

Feuerwehr: Stellen seit 2017 abgebaut

Bis heute machen die Betroffenen den Behörden schwere Vorwürfe. Sie lasten der Regierung unter anderem an, vor der Katastrophe die Gelder für den Brandschutz und die für den sozialen Wohnungsbau zuständigen Behörden gekürzt zu haben. Wie die »Times« berichtete, leben zudem immer noch 640.000 Menschen im Königreich in Gebäuden mit der gleichen Fassadenverkleidung, die das Grenfell-Hochhaus zur Todesfalle machte.

Die Aufarbeitung der Tragödie läuft noch immer: So beschäftigt sich eine Ermittlungskommission mit den Ursachen des Brandes. Nach der Katastrophe war auch der Feuerwehr selbst Versagen vorgeworfen worden. Sie hatte die Bewohner des brennenden Turmes zunächst aufgefordert, in ihren Wohnungen zu bleiben. Erst nach zwei Stunden wurde eine komplette Evakuierung des Hochhauses angeordnet.

apr/dpa/AFP
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