Verlassene Kontrollposten Grenzenlos

Europa debattiert die Freizügigkeit. Was aber wurde eigentlich aus den alten Grenzposten im Schengen-Raum? Eine Fotoreise in eine Zeit, als Pässe noch grün waren.

REUTERS

Verlassene Schreibstuben an der österreichisch-ungarischen Grenze im Look des Kalten Krieges oder ein gemütliches Museum mit Restaurant am deutsch-französischen Grenzübergang: Das Schengener Abkommen von 1995 hat die einstigen Kontrollstellen verändert. Mehrere Reuters-Fotografen haben diese oft einsamen Orte in der Europäischen Union besucht.

Mit ihren Objektiven fingen die Fotografen die ganz besondere Stimmung an diesen aufgegebenen Orten ein - in einer Zeit, in der etwa Deutschland, Ungarn, Dänemark, Slowenien, Schweden oder Belgien wieder ihre Grenzen kontrollieren, um Flüchtlinge abzuhalten oder Terroristen abzuwehren.

Alle Aufnahmen zeigen stumme Zeugen eines nicht freizügigen Europas, als das Shoppen in Frankreich oder der Konzertbesuch in Belgien noch mit einem größeren Aufwand verbunden waren.

Die offenen Grenzen waren eines der sichtbarsten Zeichen europäischer Integration - und haben Tourismus, Handel und Wirtschaft in den insgesamt 26 Staaten des Schengen-Raums angekurbelt. Unter anderem Industriebosse, Gewerkschafter, Jugendliche und Lehrer hatten zuletzt für eine Beibehaltung der Freizügigkeit in den insgesamt 26 Staaten des Schengen-Raums geworben.

Ein Abkommen mit der Türkei hat den Zuzug von Flüchtlingen zuletzt deutlich reduziert. In Griechenland wurden die ersten Migranten in das Nachbarland abgeschoben, im Gegenzug landeten nun per Flugzeug die ersten Asylbewerber in Hannover, die legal in die Europäische Union einreisen durften.

apr/Reuters

insgesamt 37 Beiträge
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Sibylle1969 04.04.2016
1. Offene Grenzen
Offene Grenzen sind eine wichtige Errungenschaft, die wir nicht aufgeben sollten. Vor einigen Jahren machte ich eine Fahrradtour durch insgesamt 7 mittel- und osteuropäische Länder und haben jeden Grenzübergang mitsamt den verlassenen Grenzhäuschen gemacht, z.t. da wo bis 1989 noch der Eiserne Vorhang verlief. Ich verstehe die Leute nicht, die meinen, man müsste einfach nur die Grenzen schließen, und das würde dann alle Probleme lösen. So ein Unsinn.
neurobi 04.04.2016
2. Bild 6
Wo ist eigentlich die Grenz zwischen Spanien und Italien?
mulli3105 04.04.2016
3. Ich kann mich
sehr gut an die Zeiten erinnern, in denen man an den Grenzen seine Pass zeigen musste, um auf die andere Seiten zu kommen. Europa war trotzdem kein Gefängnis, man reiste, wohin man wollte. Wieso die offenen Grenzen nun das nonplusultra der modernen Reisegesellschaft sein soll erschließt sich mir nicht. Wir haben uns i.d. grenznahen Regionen zum Osten eine extrem gesteigerte Kriminalität eingehandelt - die natürlich von Medien und der Regierung völlig anders bewertet wird - und nun auch plötzlich ein Problem der Grenzschließungen. Wo doch alles so frei und toll und fortschrittsrelevant gehandhabt wird. Scheint aber bei Otto Normalbürger nicht so recht angekommen zu sein. Darum wählt er sich jetzt andere Köpfe und Entscheider. Wähler sind doof. Kann nicht anders sein, weil die Regierenden in ihrer unendlich weitsichtigen Politik doch alles richtig machen. Irgendwas stimmt hier nicht... irgendwas...
Haywood Ublomey 04.04.2016
4. Italien hat eine gemeinsame Grenze mit Spanien?
Das behauptet zumindest die Unterschrift zu Bild 6. (Frankreich wäre richtig.) Vielen Dank für den Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert. Die Redaktion.
OskarVernon 04.04.2016
5.
Für "Wessis" war es keineswegs mit größerem Aufwand verbunden, mal eben ins benachbarte Ausland zu reisen - mehr als den Ausweis vorzeigen und über mitgebrachte Waren Auskunft geben zu müssen war selten; völlig unbewachte Grenzübergänge hingegen gar nicht. Ein einziges Mal bin ich an der Goldenen Bremm ganz schauerlich gefilzt worden - aus Sicht der Beamten eine höchst verdächtige Erscheinung mitten in der Nacht: Junger Kerl mit zwei bildhübschen Mädels in Papas BMW auf dem Weg nach Paris...
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