Flüchtlinge im Mittelmeer Papst will offenbar Flüchtlinge auf Lesbos treffen

Erst Lampedusa, nun Lesbos: Papst Franziskus will sich wohl erneut mit Flüchtlingen treffen. So möchte das Oberhaupt der katholischen Kirche in Griechenland seine Solidarität mit den Menschen zeigen, heißt es.

Papst Franziskus wäscht Flüchtlingen die Füße
DPA

Papst Franziskus wäscht Flüchtlingen die Füße


Papst Franziskus plant offenbar, das von der Flüchtlingskrise besonders betroffene Griechenland zu besuchen.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche habe den Wunsch geäußert, auch Flüchtlinge zu treffen und ihnen so seine Solidarität zu bekunden, teilte die orthodoxe Kirche in Griechenland mit. Der ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomäus I., sei eingeladen worden, den Papst auf seiner Reise nach Lesbos zu begleiten.

Der Papst werde am 14. oder 15. April zusammen mit dem Patriarchen von Konstantinopel und dem Erzbischof Griechenlands für wenige Stunden die Insel Lesbos und das Aufnahmelager von Moria besuchen, berichtete das griechische Staatsradio (ERT).

Der Vatikan hat die Angaben noch nicht offiziell bestätigt, dementierte sie aber auch nicht. "Darüber gibt es Gespräche, wir sind in Kontakt", zitierte die Nachrichtenagentur Ansa Vatikansprecher Federico Lombardi. "Ich weise die Gerüchte nicht zurück, aber im Moment kann ich nicht mehr sagen, weil es noch keine Entscheidung, kein Datum und keine genauen Pläne gibt."

Auf Lesbos und anderen Ägäis-Inseln stranden derzeit Tausende Flüchtlinge. Am Montag waren im Zuge eines umstrittenen Abkommens zwischen der Europäischen Union und der Türkei die ersten Flüchtlinge aus Griechenland in das Nachbarland abgeschoben worden. Menschenrechtsorganisationen verurteilen die Pläne als illegale Massenabschiebungen.

Der Papst setzt sich regelmäßig für Flüchtlinge ein: Seine erste Reise nach Übernahme des Stuhls Petri hatte ihn 2013 auf die Mittelmeerinsel Lampedusa geführt, auf der jedes Jahr zahlreiche Flüchtlinge ankommen. Am Gründonnerstag wusch er elf Migranten in einem Asylbewerberheim vor den Toren Roms die Füße.

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apr/dpa/AFP

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