Großbritannien Bischöfe halten Unwetter für Strafe Gottes

Mehrere Tote, Hunderte Obdachlose, Tausende auf der Flucht: Die Flutkatastrophe in England und Wales hat schwere Schäden angerichtet. Daran seien die Menschen selbst schuld, sagen nun Bischöfe der Kirche von England. Das Unwetter sei die Strafe Gottes für Unmoral und Gier.

London - Die Wassermassen, die vorige Woche in weiten Teilen von England und Wales schwere Verwüstungen anrichteten, sind nach Ansicht mehrerer führender Bischöfe der Kirche von England ein Resultat der unmoralischen Lebensweise der Menschen. Der "Sunday Telegraph" zitiert einen Bischof mit den Worten, Gott habe den Sturm als Antwort auf den Bedeutungsverlust der Ehe und die gesetzliche Anerkennung homosexueller Partnerschaften gesandt.

Das Hochwasser in England und Wales hatte in der vergangenen Woche mindestens drei Todesopfer gefordert. Hunderte Menschen wurden obdachlos, Schulen mussten geschlossen werden, und Tausende Menschen waren tagelang ohne Strom. Tausende flohen vor den Wassermassen. Einige Menschen mussten mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht werden. Versicherer und Wirtschaftsexperten rechnen mit einem Schaden von mehreren Millionen Euro.

Graham Dow, der Bischof von Carlisle, sagte laut "Telegraph", die Flut sei nicht nur ein Zeichen für mangelnden Respekt gegenüber der Natur, sondern auch eines für den moralischen Verfall der Gesellschaft. "Wir haben ein ernsthaftes moralisches Problem, weil heutzutage jeder Lebensstil als rechtens anerkannt wird", sagte der Kirchenmann, ein führender Evangelikale, der Zeitung. Denjenigen, die vom Sturm betroffen sind, sprach er gleichwohl sein Mitgefühl aus.

Die westliche Welt, so Dow, werde außerdem dafür bestraft, dass sie ärmere Nationen aus Profitgier ausgebeutet habe. "Es sind Wirtschaftsstrukturen entstanden, die auf Gier ausgerichtet sind und andere Länder in Abhängigkeit halten", wird er zitiert.

Der Bischof von Liverpool, James Jones, hält Umweltkatastrophen ebenfalls für eine Warnung Gottes. "Wenn wir verdorben leben, wird das Konsequenzen haben." Die Menschen seien selbst dafür verantwortlich, und "Gott setzt uns der Wahrheit darüber aus, was wir angerichtet haben", sagte er. "Nun ernten wir, was wir gesät haben."

Der Londoner Bischof Richard Chartres äußerte sich gemäßigter. "Wir alle sind Teil des Problems und Teil der Lösung. Anstatt zu leben, als gehörte uns die Welt, sollten wir ein Gefühl dafür entwickeln, dass wir in einem Netzwerk des Lebens stecken - mit Verantwortung für andere Lebensformen und unsere Kinder."

ffr/dpa