Falsche Körpergröße von 6,2 Zentimetern Großbritannien macht gesundem 32-Jährigen ein Impfangebot

Ein Datenfehler hat einen gesunden 32-jährigen Briten in die Nähe einer begehrten Corona-Impfung gebracht. Dass er bei Zutreffen der Angaben einen BMI von 28.000 gehabt hätte, fiel erst mal niemanden auf.
Corona-Impfstoff in Bristol (Symbolbild): »Ernsthafte Gewissensprüfung«

Corona-Impfstoff in Bristol (Symbolbild): »Ernsthafte Gewissensprüfung«

Foto: Pool / i-Images / imago images/i Images

Es gibt an Großbritannien wenige Dinge, die so verwirrend sind wie Größen, Maße und Gewichte. Auch nach der Einführung der Dezimalwährung vor genau 50 Jahren im Februar 1971 halten sich Verteidiger von anderen exotischen Größen wie Pints, Yards oder Meilen hartnäckig. Dieses komplizierte System hatte für den 32-jährigen Briten Liam Thorp nun überraschende Konsequenzen und brachte ihn zumindest zwischenzeitlich in die Nähe einer vorzeitigen Corona-Impfung.

Hintergrund ist ein Fehler in der Verarbeitung seiner Daten in seiner Hausarztpraxis. Statt sechs Fuß und zwei Zoll – etwa 1,88 Meter – war seine Körpergröße dort mit 6,2 Zentimetern registriert. Das würde für den ansonsten gesunden Mann, der als Politikredakteur für das »Liverpool Echo« arbeitet, einen Body-Mass-Index (BMI) von 28.000 bedeuten – aber auch ein vorzeitiges Impfangebot.

Unwohl gefühlt, vor anderen vulnerablen Gruppen dran zu sein

Überprüft wurden die Angaben trotz etwa des dann auffälligen Werts für Adipositas – als normalgewichtig gelten Menschen mit einem Wert zwischen 18,5 und 25 – offenbar nicht. Thorp äußerte sich verwundert: »Ich habe zwar ein paar Pfund im Lockdown zugelegt, aber nicht so viele.« Eine Journalistin von den »Manchester Evening News« scherzte laut »Guardian «: »Hätten sie sich nicht vorher melden sollen, um zu sehen, wie es dem Mann von der Größe eines Daumens geht?«

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Thorp klärte den Vorfall nach einer »ernsthaften Gewissensprüfung« schließlich selbst auf, wie er in einem Artikel  schildert. Er wandte sich an seinen Hausarzt. Bei einem Rückruf sei ihm dann mitgeteilt worden, dass seine Angaben falsch ins System eingepflegt worden seien und er noch lange auf seine Impfung warten müsse. Thorp nahm es mit Fassung: »Ehrlich gesagt war ich ziemlich erleichtert«, schreibt er. Er habe sich unwohl damit gefühlt, vor so vielen anderen Menschen eingeladen worden zu sein, die eine Impfung nötiger hätten als er.

Was seine Gesundheit anbelangt, könnte der Vorfall womöglich doch eine gute Seite haben. Zumindest schildert Thorp die Reaktion seiner Mutter auf das Malheur so: »Als ich meiner Mutter erzählte, dass ich in die Kategorie klinisch fettleibig eingestuft wurde, sagte sie: ›Nun, vielleicht ist das der Weckruf, den du brauchst.‹«

apr