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Richtlinie in Großbritannien Lehrer müssen Wünsche von trans Schülern nicht respektieren

Die britische Regierung will den Umgang von Schulen im Umgang mit trans Personen regeln. Konservativen gehen sie nicht weit genug – dabei gibt es offenbar nur wenige bekannte Fälle.
Hose statt Rock gewünscht? Egal: Lehrer in Großbritannien können Kleiderentscheidungen von trans Schülerinnen und Schülern künftig ignorieren

Hose statt Rock gewünscht? Egal: Lehrer in Großbritannien können Kleiderentscheidungen von trans Schülerinnen und Schülern künftig ignorieren

Foto: SolStock / Getty Images

Schulen in England sollen künftig Eltern auch gegen den Willen ihrer Kinder informieren, falls eine Schülerin oder ein Schüler das zugeschriebene Geschlecht ändern will. Zudem müssen Lehrerinnen und Lehrer trans Schülerinnen und Schüler nicht mit den von ihnen gewählten Pronomen ansprechen, sondern dürfen weiter die bisherigen Formen nutzen. Auch ein Wechsel der Schuluniform – etwa Rock statt Hose – oder des Vornamens muss nicht umgesetzt werden. Die konservative britische Regierung legte am Dienstag entsprechende Richtlinien vor.

Als trans werden Personen bezeichnet, die sich dem Geschlecht, das ihnen bei Geburt zugeschrieben wurde, nicht zugehörig fühlen.

Kritiker werfen Konservativen einen »Kulturkrieg« vor

Rechtskonservativen Kräften geht das Papier nicht weit genug. Sie fordern gesetzliche Verbote, wie unter anderem die frühere Premierministerin Liz Truss deutlich machte. Eine Debatte über den Umgang mit trans Schülerinnen und Schülern in Großbritannien schwelt seit Monaten, obwohl es nur wenige bekannte Fälle gibt. Kritiker werfen der konservativen Regierung vor, sie führe aus wahlkampftaktischen Gründen einen »Kulturkrieg« und wolle jungen trans Menschen die Legitimität absprechen.

Bildungsministerin Gillian Keegan sagte, die neuen Richtlinien setzten das Kindeswohl an erste Stelle und würden Verwirrung über die vorhandenen Schutzmaßnahmen beseitigen. »Die Ansichten der Eltern müssen ebenfalls im Mittelpunkt aller Entscheidungen stehen, die über ihre Kinder getroffen werden«, sagte Keegan. Das gelte besonders für Entscheidungen, die über Jahre hinweg erhebliche Auswirkungen auf das Leben von Minderjährigen haben können. Gleichstellungsministerin Kemi Badenoch sagte, das Regierungspapier mache deutlich, dass Lehrer oder Mitschüler nicht gezwungen werden dürften, unterschiedliche Pronomen zu verwenden, nur weil Jugendliche dies forderten.

has/dpa-AFX