Staatsbesuch in Großbritannien Queen empfängt Trump im Buckingham-Palast

"When they go low": Obwohl sich dieser Staatsgast im Vorfeld nicht gerade höflich benahm, haben die britischen Royals US-Präsident Trump und seine Frau Melania formvollendet empfangen. Das Paar schwebte im Helikopter auf dem Palastgelände ein.

Victoria Jones/PA Wire/DPA

Mit Äußerungen zum Brexit und zur britischen Innenpolitik sorgte Donald Trump vor dem Besuch für Irritationen: Höflich hat die britische Queen Elizabeth II. trotzdem den US-Präsidenten und First Lady Melania im Buckingham-Palast begrüßt.

Das Präsidentenpaar landete zum Auftakt des dreitägigen Staatsbesuchs in Großbritannien mit einem Hubschrauber auf dem Gelände des Palasts in London. Thronfolger Prinz Charles und Herzogin Camilla kamen dem US-Präsidenten und seiner Frau im Garten entgegen und führten sie zur Veranda des Palasts, wo die Queen sie im mintfarbenen Kostüm in Empfang nahm.

Trumps Staatsbesuch ist höchst umstritten. Er hatte sich immer wieder rausgeschoben - und war bereits bei der Frage Thema, wen Prinz Harry und Meghan Markle zu ihrer Hochzeit im Mai 2018 einladen durften. Anders als bei dem Arbeitsbesuch Trumps vor gut einem Jahr wird eine Staatsvisite mit dem ganzen Pomp des Königshauses zelebriert.

Während des aktuellen Besuchs wird mit massiven Protesten gerechnet. Millionen Briten unterzeichneten eine Petition, um den Staatsbesuch zu verhindern. Vor Trump bekamen nur zwei US-Präsidenten eine Staatsvisite in Großbritannien: George W. Bush und Barack Obama.

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Trump bei der Queen: Gesten an den schwierigen Gast

Aktivisten wollen wie schon beim Trump-Besuch vor einem Jahr einen riesigen Ballon in Form eines Trump-Babys mit Windeln aufsteigen lassen. Amnesty International hängte an einer Brücke vor der US-Botschaft Protestplakate auf.

Trump trug im Vorfeld auch viel dazu bei, seine Gastgeber zu düpieren. So beschimpfte er den Londoner Bürgermeister Sadiq Khan, den er auf dem Weg nach Großbritannien als "Verlierer" bezeichnete. Der Labour-Politiker mache einen "furchtbaren Job". Khans Sprecher wies Trumps Kritik als beleidigend zurück. Solche "kindischen Beleidigungen" sollten eigentlich "unter der Würde des Präsidenten der Vereinigten Staaten" sein.

Zum Empfang in London trug Melania ein weißes Kostüm mit Hut, Camilla hatte ebenfalls ein helles Outfit mit Hut gewählt. Begleitet wurde der Empfang von Salutschüssen. Vor einem gemeinsamen Mittagessen wurden Trump und Melania im Garten des Palasts mit militärischen Ehren empfangen. Geplant ist auch ein Besuch der Westminster Abbey in London. Für den Abend ist ein Staatsbankett im Buckingham-Palast angesetzt.

Trump besucht die britische Hauptstadt inmitten der Brexit- und Regierungskrise. Außer mit Premierministerin Theresa May, die wegen des Scheiterns ihres Brexit-Kurses bald abtreten wird, kommt der US-Präsident möglicherweise auch mit dem früheren britischen Außenminister Boris Johnson und dem Brexit-Hardliner Nigel Farage zusammen. Trump sagte vor seinem Abflug nach London, man wolle sich treffen.

In Zeitungsinterviews hatte Trump zuvor seine Kritik am Brexit-Kurs der britischen Regierung erneuert und Mays Nachfolger dazu aufgerufen, die Verhandlungen mit der EU notfalls abzubrechen. "Wenn man keinen fairen Deal bekommt, dann geht man einfach", sagte Trump der "Sunday Times".

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Trump bei der Queen: Gesten an den schwierigen Gast

Er empfahl der britischen Regierung auch, Farage in die Verhandlungen mit Brüssel einzubeziehen. Dieser habe "eine Menge zu bieten". Am Freitag hatte der US-Präsident bereits Ex-Außenminister Johnson als künftigen Premierminister empfohlen:"Ich glaube, Boris würde eine sehr gute Arbeit machen."

apr/dpa/AFP



insgesamt 38 Beiträge
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bayerns_bester 03.06.2019
1.
Dann sind wir mal auf die neuesten Twitterbeiträge des POTUS gespannt. "Done with meeting a strange old lady wearing a terrible hat. Such a nasty person, didnt´t admire my great personality ".
c.PAF 03.06.2019
2.
Wenn es nicht so traurig wäre, könnte ich fast darüber lachen. Aber mein erster Gedanke nach dem Lesen der Überschrift war: "Die Arme, hoffentlich versucht er nicht, ihr in den Schritt zu fassen...". Irgendwie bezeichnend... Es wird natürlich nicht passieren. Und die Queen hat meinen allerhöchsten Respekt dafür, gute Miene zum bösen Spiel zu machen und so einen Menschen zu empfangen.
noalk 03.06.2019
3. Wie sagte weilandder Datterich
"Sie sind kein Gegenstand für meinen Zorn." Die Queen wird, egal unter welchen Umständen, immer die Contenance bewahren und sich nicht auf Trumps Niveau begeben. Sie weiß selbst: Jeder blamiert sich, so gut er kann.
ich2010 03.06.2019
4.
die Royals wissen durchaus, wie man auf Pöbeleien reagiert. V.a. die Queen weiss ganz genau wie man niveaulosen Pöblern zeigt wo es lang geht. Das könnte durchaus noch eine royale Watschn für Trump geben.
stefbru 03.06.2019
5.
Mir fällt bei Eurem Beitrag mal wieder auf, dass ihr bei den Frauen immer besonders betonen müsst, was diese an Kleidung tragen. So bei der Queen wie auch bei der First Lady. Schon ein wenig alte Schule, oder? Bei Trump heiß es ja auch nicht, er trug einen feinen dunklen Anzug mit roter Krawatte. Muss doch nicht sein, oder?
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