Großbritannien Richter warnen vor Aufhebung der Sperrstunde

Seit Jahren ist es angekündigt, im November soll es nun wirklich so weit sein: In Großbritannien fällt die Sperrstunde. Der bei den trinkfesten Briten gefürchtete Ruf "Last orders" gehört dann der Vergangenheit an. Britische Richter warnen vor einer Welle der Gewalt.


Pub in Birmingham: Mehr Bier, mehr Gewalt?
REUTERS

Pub in Birmingham: Mehr Bier, mehr Gewalt?

Hamburg - 600 Richter, zusammengeschlossen im Rat der Bezirksrichter Ihrer Majestät, laufen jetzt Sturm gegen die Änderung der Ausschankzeiten. Vergewaltigungen und andere Gewalttaten seien die Folge, wenn Pubs länger geöffnet hätten, behaupten die Juristen laut einem BBC-Bericht.

Ab 24. November dürfen lizenzierte Kneipen länger als nur bis 23 Uhr geöffnet haben. Die Opposition schloss sich gleich der Regierungsschelte der Richter an. Mit der Gesetzesänderung mache das Kabinett Blair einen "großen Fehler", sagte Tory-Chef Michael Howard. Die Warnungen der Richter seien "völlig richtig".

Das Argument, auch im übrigen Europa gebe es keine Sperrstunde, ohne dass die Menschen dort gewalttätiger seien, will Richter Charles Harris nicht gelten lassen. Gesittetes Trinken habe in Großbritannien keine Chance: "Kontinentale Trinkgewohnheiten erfordern kontinentale Menschen - Leute, die ruhig am Café-Tisch sitzen und plaudern."



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