Rechtsstreit in Großbritannien Transmann muss als "Mutter" eingetragen werden

Der britische Journalist Freddy McConnell hat ein Kind zur Welt gebracht. Zum Zeitpunkt der Geburt war er rechtlich schon als Mann anerkannt. Dennoch darf er nicht als "Vater" registriert werden.
Der Dokumentarfilm "Seahorse" erzählt Freddy McConnells Geschichte

Der Dokumentarfilm "Seahorse" erzählt Freddy McConnells Geschichte

Foto: Theo Wargo/ Getty Images

Freddy McConnell kam als Frau zur Welt. Vor sieben Jahren begann der 32-Jährige mit seiner Geschlechtsangleichung. Er nahm Testosteron und ließ sich bei einer Operation das Brustgewebe entfernen. McConnell wurde in Großbritannien rechtlich als Mann anerkannt. 2017 wurde er schwanger, mithilfe eines Samenspenders.

Im Januar 2018 brachte der Journalist, der für die britische Zeitung "The Guardian" arbeitet, sein Kind zur Welt. Obwohl McConnell seit Jahren als Mann lebt, soll er als "Mutter" auf der Geburtsurkunde seines Kindes eingetragen werden. McConnell klagte am Obersten Gerichtshof des Vereinigten Königreichs gegen die Eintragung. Er wolle als "Vater" oder "Elternteil" des Kindes registriert werden.

Unterschied zwischen Geschlecht und Status als Elternteil

Andrew McFarlane, Präsident des Familiengerichts, verkündete das Urteil  - McConnell muss als "Mutter" des Kindes eingetragen werden. "Es gibt einen Unterschied zwischen dem Geschlecht einer Person und ihrem Status als Elternteil", sagte McFarlane. "Bisher wurde eine 'Mutter' immer mit einer weiblichen Person assoziiert. Eine 'Mutter' ist jedoch eine Person, die den physischen und biologischen Prozess der Schwangerschaft und Geburt durchläuft."

Das gelte auch im Fall McConnells, der zum Zeitpunkt der Geburt rechtlich als Mann anerkannt war. Er sei traurig und befürchte, dass der Urteilsspruch eine belastende Auswirkung auf viele Familienformen hat, schrieb Freddy McConnell auf Twitter. "Ich werde versuchen, Berufung einzulegen und gebe hiermit keine weiteren Interviews."

Richter Andrew McFarlane begründete im Rahmen der Urteilsverkündung die Entscheidung des Gerichts: "Das Problem, das der Antragsteller ordnungsgemäß und mutig vorgebracht hat, ist im Kern eine gesellschaftspolitische Angelegenheit und keine juristische", so McFarlane. Das wichtige Thema solle öffentlich debattiert werden.

cmb