Großdemo Spanien streitet über Homo-Ehe

Ein Gesetz zur Gleichstellung von Ehen zwischen Heterosexuellen und Homosexuellen sorgt in Spanien für Aufruhr. Hunderttausende sind in Madrid gegen das Vorhaben auf die Straße gegangen.


Proteste in Madrid: Sturmlauf gegen das Gesetz
AFP

Proteste in Madrid: Sturmlauf gegen das Gesetz

Madrid - Die Organisatoren sprachen von bis zu zwei Millionen Protestierenden, die Regierung nannte eine Zahl von 166.000 Demonstranten. An der Großdemonstration nahmen am Samstag auch zahlreiche Vertreter aus Kirche und Politik teil. Insbesondere die Katholische Kirche sowie die konservative oppositionelle Volkspartei waren gegen das Gesetz Sturm gelaufen.

Das von der sozialistischen Regierung betriebene Gesetzesvorhaben sieht praktisch die Gleichstellung von Ehen zwischen Heterosexuellen und Homosexuellen vor. Ähnlich weit reichende Gesetze haben in Europa bislang erst die Niederlande und Belgien eingeführt. Der Entwurf hat bereits das spanische Abgeordnetenhaus passiert und muss noch durch den Senat.

Die Organisatoren der Proteste bezeichnen sich als Pro-Familien-Initiative, die nicht gegen Schwulen und Lesben gerichtet sei. Sie fordern eine Volksbefragung zu dem kontrovers diskutierten Regierungsvorhaben und wollen darüber mit Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero persönlich sprechen.

In Umfragen hat sich eine Mehrheit der Spanier für die Homo-Ehe ausgesprochen. Während der Franco-Diktatur von 1939 bis 1975 waren homosexuelle Kontakte in Spanien strafbar.



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