Salzwedel Unbekannte schmieren massenhaft Hakenkreuze an Hauswände

Die Schmierereien sind über mehrere Straßen verteilt: Unbekannte haben mit Dutzenden Nazi-Parolen und Hakenkreuzen die Innenstadt von Salzwedel verunstaltet. Auch ein Gedenkstein wurde geschändet. Der Staatsschutz ermittelt.
Eine vollgeschmierte Hauswand in Salzwedel: "Wut und Ratlosigkeit"

Eine vollgeschmierte Hauswand in Salzwedel: "Wut und Ratlosigkeit"

Foto: Matthias Strauß/ dpa

Salzwedel/Magdeburg - Hauswände, Briefkästen, Fensterscheiben und Schaustellerbuden: In Salzwedel haben Unbekannte die Innenstadt mit zahlreichen Hakenkreuzen und Nazi-Parolen vollgeschmiert. Die Polizei registrierte bis zum frühen Abend 27 Sachbeschädigungen. Die Zahl der gemeldeten Straftaten dürfte aber steigen, hieß es weiter. Der Staatsschutz sei in die Ermittlungen eingeschaltet. Die Schmierereien seien über mindestens sieben Straßen verteilt.

Die ersten Nazi-Parolen wurden von einer Polizeistreife am frühen Donnerstag gegen 2.30 Uhr entdeckt, wie die Behörden in Salzwedel mitteilten. Wegen des ungewöhnlichen Ausmaßes der Schmierereien gehen Ermittler davon aus, dass es sich um mehr als einen Straftäter handelt.

Die Täter haben auch eine Gedenktafel geschändet und das Wort "Synagoge" mit schwarzer Farbe übersprüht. Ein verglaster Abstellplatz für Einkaufswagen war mit Parolen und einem Hakenkreuz in roter Farbe beschmiert worden.

Bei den Bürgern in der Innenstadt von Salzwedel herrsche "blankes Entsetzen, gemischt mit Wut und Ratlosigkeit", berichtete das Internetportal "az-online.de" Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Ich habe über hundert Schmierereien gesehen." Er fügte hinzu: "Nun stehe ich außerhalb der Innenstadt auf einem Parkplatz, ich schaue mich um und sehe allein hier ein Dutzend dieser schlimmen Parolen."

Schon früher hatte es in der Region Nazi-Schmierereien und Schändungen gegeben. Besondere Empörung hatte im Januar 2013 die Schändung von Gräbern in der Gardelegener Mahn- und Gedenkstätte Isenschnibber Feldscheune (Altmarkkreis Salzwedel) ausgelöst. Unbekannte hatten zahlreiche Grabkreuze aus dem Boden gerissen und zu einem Hakenkreuz zusammengelegt. Die Gedenkstätte erinnert an die Ermordung von mehr als tausend KZ-Häftlingen am 13. April 1945.

vks/dpa
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