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Aktion eines Umweltschützers: Im Erdloch

Foto: Ralf Roeger/ dpa

Hambacher Forst Eingebuddelter Aktivist in Lebensgefahr

Seit vier Tagen harrt ein Umweltschützer in einem sechs Meter tiefen Erdbunker aus. Er hat sich dort angekettet, um gegen die Abholzung des Hambacher Forsts zu protestieren. Die Polizei spricht von einer "lebensgefährlichen Aktion" - und versucht, den Mann mit allen Mitteln herauszuholen.

Kerpen - Die Geschichte begann schon Mitte April: Dutzende Umweltaktivisten besetzten damals einen Teil des Hambacher Forsts bei Kerpen. Sie wollten verhindern, dass der Wald gerodet und der Energiekonzern RWE aus dem Gebiet Braunkohle gewinnt. Am vergangenen Dienstag begann die Polizei mit mehreren Hundertschaften damit, das Camp im Rhein-Erft-Kreis zu räumen. Doch ein Mann zeigte sich besonders hartnäckig: Er hatte ein Tunnelsystem unter der Erde gebuddelt und verbarrikadierte sich dort.

Noch immer sitzt er in sechs Metern Tiefe fest, er hat sich in dem Bunker unter einer Holzhütte des früheren Camps an einem Betonblock angekettet. Die Polizei in Hürth bei Köln spricht inzwischen von einer "lebensgefährlichen Situation". Spezialisten der Grubenwehr des Steinkohleförderers RAG hatten gewarnt, das selbstgegrabene Tunnelsystem sei akut einsturzgefährdet. Die Hütte über dem Erdbunker musste daraufhin vorsichtig abgebaut werden, ehe mit den Arbeiten an einem Rettungsschacht begonnen werden konnte.

Dazu wurde am frühen Freitagmorgen ein Saugbagger eingesetzt, der das Erdreich abtragen sollte. "Es geht weiter, wir kommen voran", sagte eine Polizeisprecherin. Die Dauer der weiteren Rettungsarbeiten sei aber nicht abzuschätzen. Die Sicherheit des Mannes habe "oberste Priorität".

Nach Fertigstellung des Rettungsschachtes wollen die Helfer, darunter neben Polizei und Feuerwehr auch viele Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW), seitlich einen Zugang zum Erdloch graben. Anschließend soll der Braunkohle-Gegner von einem Notarzt versorgt werden, bevor er an die Oberfläche geholt wird. Der Mann soll laut Polizei Mitte 20 und gelernter Tischler sein.

aar/dapd/AFP
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