»Aufstand der letzten Generation« Klimaaktivisten blockieren Autobahnen

In Berlin und Hamburg haben Klimaaktivisten Zufahrtsstraßen zur A100 und A24 besetzt. Auch in Stuttgart wurden sie aktiv – auf die Proteste folgten Festnahmen.
Klimaaktivisten blockieren am Horner Kreisel in Hamburg die Abfahrt der Autobahn 24

Klimaaktivisten blockieren am Horner Kreisel in Hamburg die Abfahrt der Autobahn 24

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Klimaaktivistinnen und Klimaaktivisten haben am Montag wieder mehrfach Straßen in Berlin, Hamburg und Stuttgart blockiert. Die Demonstranten der Kampagne »Essen Retten - Leben Retten« setzten sich auf Zufahrten der A100 in Berlin und der A24 in Hamburg und klebten sich zum Teil fest. In Stuttgart hielten sie zeitweise den Verkehr auf der B10 auf.

Die Polizei zog die Protestierenden von der Fahrbahn und nahm Dutzende fest. Es gab längere Staus.

Die Aktivisten hatten schon vergangene Woche in Berlin mit den Blockaden begonnen. Sie fordern ein Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung und eine sofortige Agrarwende, um Klimagase aus der Landwirtschaft zu mindern. Sie bezeichnen sich als Aufstand der letzten Generation. Dahinter stehen einige der jungen Leute, die vor der Bundestagswahl wochenlang im Hungerstreik waren.

Festgeklebt am Horner Kreisel

In Berlin besetzten die Demonstranten laut Angaben der Polizei am Montagmorgen drei Stellen an der A100. Bilder zeigten Protestierende mit Transparenten auf der Fahrbahn. Die Polizei holte die Menschen nach Angaben eines Sprechers von der Straße und nahm 31 Personen vorläufig fest. Bei 24 von ihnen sollte richterlich über fortgesetzten Polizeigewahrsam entschieden werden. Am Nachmittag störten einige Aktivisten nach eigenen Angaben erneut an der A100.

In Hamburg blockierten elf Menschen den Horner Kreisel, wie die dortige Polizei mitteilte. Zwei Menschen klebten sich fest. Die Polizei nahm die Beteiligten in Gewahrsam und leitete Ermittlungsverfahren ein. Der Verkehr auf der A24 Richtung Innenstadt war laut Polizei stark beeinträchtigt. Die Abfahrt war für eine Stunde komplett gesperrt, bis kurz nach zehn Uhr.

Das »todbringende Weiter so« stören

In Stuttgart setzten sich sechs Demonstranten zur Hauptverkehrszeit nachmittags auf die Bundesstraße 10 auf Höhe des Zoos Wilhelma. Es gab Rückstau im Berufsverkehr. Nach knapp einer halben Stunde wurden die Demonstrantinnen und Demonstranten mit ihren drei Bannern von der Polizei von der Straße getragen oder gezogen. Dies sei friedlich abgelaufen, hieß es.

Die Aktivistinnen und Aktivisten kündigten weitere Proteste an. Den Zusammenhang zwischen Lebensmittelverschwendung und Autobahnblockaden erklärte die Pressesprecherin der Gruppe, Carla Hinrichs, so: »Wir stören massiv das todbringende >Weiter so<, bis die Regierung endlich handelt und unser Recht auf Leben schützt.«

ala/dpa