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Anschlag in Hanau Attentäter schoss mindestens 52-mal

Aus rassistischen Motiven tötete ein 43-Jähriger in Hanau neun Menschen, danach erschoss er seine Mutter und sich selbst. Laut SPIEGEL-Informationen fanden Ermittler an den Tatorten unter anderem einen Rucksack voll Munition.
Nach dem tödlichen Anschlag in Hanau: Mitarbeiter der Spurensicherung an einem Tatort im Stadtteil Kesselstadt

Nach dem tödlichen Anschlag in Hanau: Mitarbeiter der Spurensicherung an einem Tatort im Stadtteil Kesselstadt

Foto: Dorothee Barth/ DPA

Der Attentäter von Hanau hat laut SPIEGEL-Informationen während seines Anschlags mindestens 52-mal geschossen.

So viele Patronenhülsen fanden hessische Polizisten anschließend an den Tatorten. Nach Informationen des SPIEGEL entdeckten die Beamten in der Wohnung des Täters darüber hinaus weitere 346 Patronen. In seinem Auto wiederum, mit dem Tobias Rathjen zu den Tatorten gefahren war, lagen zusätzliche Magazine sowie ein Rucksack voller Munition.

Behörde: Keine Rechtsgrundlage für Entzug der Waffenbesitzkarte

Auch eine Pistole der Marke Ceska 75 Shadow, Kaliber 9 Millimeter, fanden Beamte in dem Wagen. Diese Waffe hatte der Täter sich knapp zwei Wochen vor der Tat in einem Hanauer Waffengeschäft geliehen. Der 43-Jährige verfügte über entsprechende Berechtigungen.

Der Todesschütze war bereits seit 2014 im Besitz einer Pistole vom Typ Sig Sauer 266, Kaliber 9 Millimeter Luger. Mit dieser Waffe erschoss sich Rathjen nach dem Anschlag. 2018 hatte er zusätzlich eine Kleinkaliberpistole gekauft. Während des Attentats tötete Rathjen zunächst neun Menschen in Hanau, anschließend nach derzeitigem Ermittlungsstand auch seine Mutter und sich selbst. Ein Sprecher der Kreisverwaltung sagte dem SPIEGEL, die Waffenbehörde habe nach geltender Rechtslage keine Chance gehabt, Rathjen die Waffenbesitzkarte zu verweigern oder zu entziehen.

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