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19. Oktober 2017, 04:46 Uhr

"Die Wahrheit ist raus"

Channing Tatum sagt Filmprojekt mit Weinstein-Firma ab

Channing Tatum wollte für eine Romanverfilmung mit der Weinstein Company zusammenarbeiten. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen den Produzenten verwirft der Schauspieler nun den Plan - und lobt "wahre Heldinnen".

US-Schauspieler Channing Tatum hat ein geplantes Filmprojekt bei der Weinstein Company (TWC) abgesagt. In einer Mitteilung auf Facebook priesen Tatum und sein Produktionspartner Reid Carolin die "mutigen Frauen", die ihre Missbrauchsvorwürfe gegen den Filmproduzenten Harvey Weinstein offen ausgesprochen hätten, als "wahre Heldinnen".

Sie hätten sich nun aus ihrem einzigen TWC-Projekt - der Verfilmung des Romans "Forgive Me, Leonard Peacock" - zurückgezogen. Sie planten keine weitere Zusammenarbeit mit der Weinstein-Firma, teilten Tatum und Carolin mit.

Die beiden wollten bei der Roman-Adaption von US-Autor Matthew Quick ("Silver Linings Playbook") selbst Regie führen. Erzählt werde die Geschichte eines Jungen, dessen Leben durch sexuellen Missbrauch zerrissen wurde, erklärten die Filmemacher. Das Buch enthalte eine eindringliche Botschaft über Heilung nach einer Tragödie.

"Die Wahrheit ist raus", heißt es zum Ende der Facebook-Nachricht. Nun müsse das zu Ende gebracht werden, "was unsere unglaublichen Kolleginnen gestartet haben" - nämlich den Missbrauch endgültig zu beseitigen.

Nachdem zahlreiche Frauen dem Produzenten Harvey Weinstein sexuelle Übergriffe und teils auch Vergewaltigung vorgeworfen hatten, entließ die Produktionsfirma The Weinstein Company ihren Mitbegründer als Vorstandschef. Der 65-Jährige ist auch als Verwaltungsrat seiner Firma zurückgetreten.

Mehr zum Thema Weinstein: Hier lesen Sie mehr zu den jüngsten Vorwürfen gegen den Produzenten. Hier finden Sie die Kolumne von Margarete Stokowski zur Debatte um sexuelle Gewalt. Hier erfahren Sie mehr über die Hintergründe der Aktion #MeToo - und hier, was Männer aus dem Fall lernen wollen.

aar/dpa

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