New York Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Weinstein Company

Auch wenn Harvey Weinstein nicht mehr für die Weinstein Company arbeitet, wird nun auch gegen das Unternehmen ermittelt. Die New Yorker Staatsanwaltschaft will wissen, ob Angestellte sexuell belästigt wurden.

Firmensitz der Weinstein Company in New York City
AFP

Firmensitz der Weinstein Company in New York City


Der Staatsanwalt von New York City, Eric Schneiderman, hat zivilrechtliche Untersuchungen gegen das Unternehmen Weinstein Company (TWC) eingeleitet. Hintergrund sind die massiven Vorwürfe gegen den Produzenten Harvey Weinstein, der Frauen über Jahre sexuell belästigt und missbraucht haben soll. Harvey Weinstein hatte TWC mitgegründet, wurde jedoch Anfang Oktober entlassen, nachdem die Vorwürfe gegen ihn publik wurden. Weinstein weist alle Anschuldigungen über nicht einvernehmlichen Sex zurück.

Bei den Ermittlungen geht es darum, ob leitende TWC-Mitarbeiter gegen Bürgerrechte im Bundesstaat New York verstoßen haben. Die Abteilung für Bürgerrechte untersucht häufig, ob Berichte über sexuelle Belästigung Teil eines Schemas sind.

"Wenn sexuelle Belästigung allgegenwärtig ist, wollen wir das wissen"

Die Staatsanwaltschaft habe eine Vorladung herausgeschickt, in der die Ermittler Einsicht in Firmenunterlagen fordern, sagte Justizminister Schneiderman. So forderte die Staatsanwaltschaft unter anderem interne Dokumente zu formellen und informellen Beschwerden über sexuelle Belästigung. Zudem muss die Firma ihre Kriterien offenlegen, nach denen Bewerber ausgewählt, eingestellt oder abgelehnt werden und nach denen Angestellte gekündigt werden.

Die Staatsanwaltschaft wolle wissen, ob irgendein Angestellter der Firma in New York jemals Opfer tiefgreifender Belästigung oder Diskriminierung am Arbeitsplatz geworden ist, so Schneiderman. TWC beschäftigt etwa 200 Mitarbeiter und hat ihren Firmensitz in New York City. Zuvor hatte bereits die Polizei in London, Los Angeles und New York Ermittlungen gegen Harvey Weinstein aufgenommen.

"Kein New Yorker sollte gezwungen werden, an einen Arbeitsplatz zu gehen, der von sexueller Einschüchterung, Belästigung oder Angst beherrscht wird", sagte Schneiderman, der Mitglied der Demokraten ist. "Wenn sexuelle Belästigung oder Diskriminierung in einem Unternehmen allgegenwärtig ist, wollen wir das wissen."

koe/AP/dpa

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